Das US-Finanzministerium plant, einen Bargeldbestand von 950 Milliarden US-Dollar einzusetzen, um einen kräftigen Anstieg bei Rückkauffahrungen von langlaufenden Bundesanleihen zu beschleunigen. Dieser Schritt, den Finanzminister Scott Bessent als „Treasury Twist“ bezeichnet, soll den Glauben an die grundlegenden Verhältnisse des Marktes unter dem Eindruck geopolitischer Spannungen deutlich machen.
Das Generalkonto des Finanzministeriums, das nun circa 950 Milliarden Dollar aufweist – weit über dem Ziel von 550 bis 600 Milliarden Dollar, das unter der vorangegangenen Regierung eingehalten wurde – wird die vom 9. September bis 4. November geplanten Operationen finanzieren. Das pro-Operationen-Grenzwert wurde verdoppelt auf mindestens 4 Milliarden Dollar, wobei Bessent angibt, dass die Buybacks pro Emission dieses Schwellenwert übertreffen könnten.
Die Ankündigung erfolgte nach einem 19-jährigen Höchststand bei der Rendite der 30-jährigen Bundesanleihen, die am 19. August mit 5,337 % steuerte, angesichts der Unruhen im Hormuskanal, die mit Spannungen im Persischen Golf zusammenhängen. Die Renditen rückten nach der Bekanntgabe des Ankaufplans wieder zurück. Die Rendite für die 30-jährigen Wertpapiere fiel vor dem Marktöffnen am Montag auf 5,196 %, während die Rendite für die 10-jährigen Wertpapiere auf 4,651 % sank.
Krishna Guha von Evercore ISI bewertete die Initiative gemischt: Er beschrieb den Plan als eine „schwache Form von Operation Twist“, der auf dem langen Eckpunkt möglicherweise nur geringe Auswirkungen habe und bei der Gefahr der Signalgabe bezüglich finanzieller Probleme laufe, wenn man ihn als Zeichen von Schwierigkeiten interpretierte. George Saravelos von Deutsche Bank bezeichnete die Buybacks als „soft-form finance-repression“ und warnte vor einer potenziellen Abwertung des Dollars, wenn ausländische Investoren ihre Anlagen anpassen.
Die Analysten von ING stellten fest, dass die Intervention von Investoren weltweit mit Begeisterung aufgenommen wurde, warnten aber davor, dass eine strukturelle fiskalische Konsolidierung für eine nachhaltige Erholung der Anleihemärkte erforderlich sei. Bessent betonte in einem Interview mit CNBC vom 21. August das umfassendere Werkzeugkit des Finanzministeriums und erklärte, dass Buybacks in Höhe von „mehr als 4 Milliarden US-Dollar pro Emittent möglich“ seien.
Die Maßnahme des Finanzministeriums ist Teil eines umfassenderen Stabilisierungsvorhabens für die Langfristzinsen. Bessent ist für Montag um 14:00 Uhr EDT für eine Pressekonferenz vorgesehen, bei der er einen neuen Sanktionsplan für den Iran vorstellen soll.












