Die Entscheidung von US-Finanzminister Bessent, die geplanten Rückkäufe langlaufender Anleihen für die kommenden zwei Monate zu verdoppeln, trieb die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen am Mittwoch um 10 Basispunkte nach unten – der stärkste Tagesrückgang seit Oktober 2025. Die Massnahme folgte auf eine schwache 20-Jahres-Anleihen-Auktion und fiel nur wenige Tage vor den Midterm-Wahlen. Damit unterstrich das Finanzministerium seine Bereitschaft, bei raschen Renditeanstiegen einzugreifen.
Die globalen Aktienmärkte schlossen uneinheitlich: Der S&P 500, der Nasdaq und der Dow stiegen jeweils um 0,2%, während europäische und britische Indizes kaum Veränderungen zeigten. In Asien fielen die Verluste deutlicher aus: Südkoreas Kospi gab um 6,5% nach, Chinas CSI 300 verlor 5% und Japans Nikkei sank um 3%. Innerhalb des S&P 500 führten Gesundheitswerte mit einem Plus von 3,5%, während Finanzwerte mit einem Minus von 0,6% zurückblieben.
Die Ankündigung des Finanzministeriums löste breite Marktreaktionen aus. Der Dollar gab gegenüber einem Währungskorb um 0,8% nach, wobei der Schweizer Franken fast 2% zulegte und das Paar USD/CHF den stärksten Tagesrückgang seit Januar mit 1,7% verbuchte. Der südkoreanische Won war die stärkste Währung unter den Schwellenländern und stieg um 1,5%. Bitcoin legte um 5% zu, Öl-Futures erreichten ein Vier-Wochen-Hoch, und Gold stieg um 4% auf ein 11-Wochen-Hoch von über 4.500 Dollar pro Unze.
Die am selben Tag veröffentlichten Protokolle der Federal Reserve vom 28.–29. Juli zeigten eine Verschärfung des geldpolitischen Kurses. Mehrere Mitglieder sprachen sich für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte aus, während viele betonten, dass die Leitzinsen weiter steigen müssten, falls die Inflation nicht auf das 2%-Ziel der Fed zurückkehre. Die einstimmige Zinsentscheidung des FOMC (9:3) blieb jedoch unverändert.
Die Intervention des Finanzministeriums markiert den zweiten Eingriff in den Anleihemärkten innerhalb weniger Wochen – nach der koordinierten Yen-Intervention mit Japan. Analysten wiesen darauf hin, dass die Massnahme nur vorübergehend sei, die durchschnittliche Laufzeit der ausstehenden Schulden nicht verändere und nicht mit quantitativer Lockerung gleichzusetzen sei. Dennoch signalisiere sie wachsende Besorgnis über die Marktstabilität angesichts anhaltender Inflationsdrucke.










