Der US-Dollar setzte am Dienstag seine Verluste fort, nachdem Anleger die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank (Fed) vor dem Hintergrund gemischter Konjunkturdaten aus der grössten Volkswirtschaft der Welt neu bewerteten.
Der ICE US-Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenbacks gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, gab um 0,3 % auf 104,15 nach und verlängerte damit den Rückgang aus der Vorwoche. Der Rücksetzer folgte auf schwächere als erwartete Bestellungen für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA sowie eine nach unten korrigierte Verbraucherstimmung, was die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik dämpfte.
Anleger verwiesen auf reduzierte Wetten auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Fed bei ihrer nächsten Sitzung als einen zentralen Grund für den Dollar-Rückgang. Gemäss dem FedWatch-Tool von CME Group lag die implizite Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt bei etwa 55 %, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei rund 70 % gelegen hatte.
Der Euro legte um 0,4 % auf 1,0850 Dollar zu, während der japanische Yen um 0,3 % auf 154,20 je Dollar zulegte. Auch das britische Pfund stieg um 0,2 % auf 1,2720 Dollar, gestützt durch Anzeichen einer nachlassenden Inflation im Vereinigten Königreich.
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf den am Freitag anstehenden Kern-PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures) für März sowie auf den nächsten Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) der kommenden Woche, die weitere Klarheit über den geldpolitischen Kurs der Fed liefern könnten. Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass der Kern-PCE im Monatsvergleich um 0,3 % steigen wird – in etwa so stark wie im Februar.
Analysten von Goldman Sachs betonten, dass die jüngste Schwäche des Dollars vor allem auf kurzfristige Positionsanpassungen zurückgeht, während die mittelfristige Perspektive weiterhin von der Inflationsentwicklung in den USA abhängt. «Die Dollar-Schwäche dürfte anhalten, wenn die Inflation weiter nachlässt. Eine erneute Beschleunigung könnte den Trend jedoch schnell umkehren», hiess es in einer Kundenmitteilung der Bank.
Der Greenback hat seit seinem Jahreshoch Mitte April rund 1,5 % verloren, liegt aber mit einem Plus von etwa 3 % im Gesamtjahr 2024 weiterhin deutlich höher – gestützt durch die im Vergleich zu anderen grossen Volkswirtschaften länger hoch bleibenden US-Zinsen.



