Die Aktien von Trainline fielen am Mittwoch um 15 % nachdem die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) eine formelle Untersuchung in die Preisanzeige-Praktiken der Ticketing-Plattform eingeleitet hatte.
Der Ermittlungsgegenstand ist, ob Trainline Pflichtgebühren von den Verbrauchern versteckt hat, indem sie die Vorpreise ohne alle verpflichtenden Gebühren angezeigt haben. Die Maßnahmen der CMA sind Teil eines breiteren Ermächtigungsvorstoßes gegen das sogenannte Drip-Pricing, bei dem Unternehmen die Pflichtgebühren von den Schlagzeilenpreisen trennen oder sie später im Kaufprozess hinzufügen.
Die Ermittlungen gegen Trainline wurden zusammen mit parallelen Ermittlungen gegen Virgin Atlantics Resortgebühren und lokale Steuern für Pauschalreisen sowie RED Driving Schools Buchungs- und Digitalgebühren angekündigt. Alle drei Unternehmen hatten zuvor Ratschlägebriefe von der CMA als Teil ihrer Clear-Pricing-Kampagne erhalten, die Unternehmen auffordert, alle Pflichtgebühren vorab anzuzeigen. Die Kampagne bietet eine dreistufige Checkliste, um die Transparenz bei der Preisgestaltung sicherzustellen.
Die CMA hat noch nicht festgestellt, ob die Unternehmen gegen das Verbraucherschutzrecht verstoßen haben. Wenn ein Verstoß festgestellt wird, könnten die Unternehmen mit Geldstrafen von bis zu 10 % ihres globalen Umsatzes belegt und aufgefordert werden, die betroffenen Kunden zu entschädigen. Seit der Einführung der erweiterten Ermächtigungsbefugnisse hat die CMA über 1,95 Millionen Pfund an Rückzahlungen für britische Verbraucher gesichert und Geldstrafen in Höhe von fast 6,2 Millionen Pfund erhoben.
Der Rückgang des Aktienpreises von Trainline um 15 % folgte der Ankündigung, wobei der Rückgang einen Marktwertverlust von etwa 150 Millionen Pfund darstellt, basierend auf dem berichteten Handelsbereich. Der CMA-Executive-Director für Verbraucherschutz, Emma Cochrane, erklärte, dass der erste Preis, den Kunden sehen, der endgültige Preis sein sollte, und dass unerwartete Pflichtgebühren die Transparenz untergraben.
Die Ermittlungen gegen Trainline kommen im Rahmen einer breiteren Überprüfung der Preisgestaltungspraktiken in verschiedenen Branchen. Frühere Ermächtigungsbefugnisse haben bereits zu Geldstrafen und Rückzahlungen für die Firma AA und BSM sowie für die Ticketing-Plattform StubHub UK geführt, die jeweils separate Ermittlungen wegen Drip-Pricing-Verstößen durchlaufen haben. Die CMA-letzten Ermittlungen signalisieren eine Intensivierung ihrer Bemühungen, klare Preisstandards in der britischen Marktwirtschaft durchzusetzen.



