Die Aktien von Tapestry Inc. verloren im nachbörslichen Handel am Donnerstag an Wert, nachdem der Luxusgüterkonzern zwar bessere als erwartete Quartalszahlen vorlegte, aber eine vorsichtige Jahresprognose abgab.
Der Mutterkonzern von Coach und Kate Spade meldete angepasste Gewinne pro Aktie von 1,12 US-Dollar und lag damit über der von Analysten im Schnitt erwarteten 1,05 US-Dollar (laut Refinitiv). Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 2% auf 2,2 Milliarden US-Dollar und übertraf damit ebenfalls die Prognosen.
Trotz der positiven Zahlen gab Tapestry im nachbörslichen Handel 7% nach, nachdem die Unternehmensführung vor einer nachlassenden Konsumnachfrage und steigenden Kosten gewarnt hatte. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde gesenkt, wobei makroökonomische Belastungen und Lageranpassungen als Gründe genannt wurden.
Vorstandsvorsitzende Joanne Crevoiserat erklärte gegenüber Analysten, dass der Konzern zwar weiterhin auf disziplinierte Preispolitik und Produktinnovation setze, die Rahmenbedingungen jedoch schwieriger geworden seien. „Wir beobachten eine nachlassende Kundenfrequenz in unseren Filialen und einen vorsichtigeren Konsumenten“, so Crevoiserat.
Tapestry rechnet nun für das Geschäftsjahr 2025 mit angepassten Gewinnen pro Aktie zwischen 4,20 und 4,30 US-Dollar – unter der bisherigen Spanne von 4,40 bis 4,50 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt 4,45 US-Dollar erwartet.
Die revidierte Prognose spiegelt Bedenken hinsichtlich Inflation, sich ändernder Konsumpräferenzen und möglicher Lieferkettenstörungen wider. Zudem plant das Unternehmen, die Marketingausgaben zu reduzieren, um die Margen zu schützen.
Investoren reagierten prompt: Im nachbörslichen Handel gab die Tapestry-Aktie um 7% nach, nachdem sie bereits im regulären Handel um 1,5% gefallen war. Über die vergangenen drei Monate hat die Aktie damit schlechter abgeschnitten als der S&P 500 Consumer Discretionary Index.
Tapestrys Entwicklung steht im Kontrast zu einigen Konkurrenten im Luxussegment, die trotz widrigerer Konjunktur robuste Nachfrage melden. Die starke Abhängigkeit vom nordamerikanischen Markt und die hohe Sensitivität gegenüber diskretionären Ausgaben belasten die Stimmung.



