Die Schweizer Aktien begannen die Woche nach dem Schliessen der US-Markten am Freitag niedriger. Im Vorhandelshandel fiel der Schweizer Marktindex (SMI) um 1,2% auf 14.221 Punkte, während der breiter gefasste Schweizer Performance Index (SPI) um 1,1% auf 19.982 Punkte zurückging.
Der Franken stärkte sich, wobei 1 USD zu 80,89 Rappen gelistet wurde, was 0,15% unter dem Montagstand von über 81,00 Rappen liegt. Die Entwicklung folgt einem schwächeren US-Dollar, der ebenfalls bis zu 1,4% gegenüber dem japanischen Yen verlor und auf 154,07 Yen gehandelt wurde, das niedrigste Niveau in sieben Monaten.
Unter den SMI-Bestandteien strich Kühne+Nagel am stärksten zu, was 1,1 % betrug und kurzzeitig den Index überstieg. Im Gegensatz dazu war Novartis der grösste Gewinneinbusser und fiel rund 3 % nachdem eine Phase III-Studie mit ihrem experimentellen Cholesterin-Nebenmittel Pelacarsen nicht zeigen konnte, dass es zu einem Rückgang des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfälle kommt. Analysten haben deshalb die Umsatzprognosen für Pelacarsen gestrichen, für die in der Spitze ein Umsatz von 1,3‑2,0 Mrd. US-Dollar vorhergesagt wurde. Dieser Rückschlag wiederholte den Absturz der Amgen-Aktie um 5 % am Freitag, da ein ähnliches Medikament dort im Entwicklungsstadium ist.
Auch andere Pharmakonzern sackten ab: Roche verlor 1,5%, Lonza 1,2% und Sandoz 0,9%. Swiss Re sank um 1,9%, da Warnungen über steigende Rückversicherungskosten aus Sturm und Waldbränden kamen.
Die Industriestaaten und Technologiewerte erzielten eine gemischte Performance. ABB stieg um 0,8% und VAT gewann 1,1% nach starker Nachfrage nach chipbezogener Ausrüstung in Asien. Im Gegenzug fiel Schindler um 3,1% auf 252,60 CHF, nachdem Goldman Sachs seine Bewertung auf „Sell“ senkte und das Kursziel auf 233 CHF senkte, was auf einen schwachen chinesischen Markt sowie eine begrenzte Aufwärtskursentwicklung aufgrund von Effizienzprogrammen zurückzuführen ist.
Die Medizin- und Technologieunternehmen Alcon, Sonova und Straumann verloren jeweils zwischen 1,3% und 1,5%. Der Transformatorhersteller R&S büsste 4,1% ein, nachdem selbständiger CEO Eduardo Terzi seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Die Zürcher Kantonalbank betonte, dass die Führungswechsel zwar kurzfristige Unsicherheit mit sich bringen, aber auch eine neue strategische Ausrichtung ermöglichen können.
Die Bauförderbestände stiegen an. Arbonia stieg um 15 %, nachdem UBS die Bewertung auf "Kaufen" erhöht und das Kursziel um rund 50 % angehoben hatte und die Bewertung als 30 % unter dem historischen Durchschnitt und 50 % unter der des Konkurrenzsektors einschätzte. COMET, Huber+Suhner, Inficon, AMS Osram, Komax und andere verbuchten Gewinne zwischen 1,2 % und 2,8 %.
Auf dem breiteren Markt sank der US-Dow Jones Industrial Average im Handel nach Börsenschluss um 0,52%, der S&P 500 verlor 0,17%, und der Nasdaq-100 blieb im Wesentlichen auf dem Niveau. Die Verluste wurden auf den Freitagsbericht zur US-Arbeitsmarktsituation zurückgeführt, der Erwartungen von höheren Zinsschritten der Federal Reserve bekräftigte und den Anziehungskraft nicht zulaisseenden Aktienmärkte reduzierte.
Die japanischen Yen erhielten Unterstützung, nachdem die Bank of Japan, die ihren Leitzins im Juni auf 1 % angehoben hatte – ein 31-jähriges Rekordniveau – am 18. September über weitere Massnahmen entscheiden werden. Die Händler bleiben auf mögliche Eingriffe nach dem jüngsten Aufschwung des Yen achtsam.
Der Hersteller von Windturbinen, Nordex, war mit einem Sprung von 10,7 % der führende Titel im deutschen MDAX, nachdem die Bank of America eine Kaufempfehlung ausgestellt hatte.
Insgesamt wurde der rückläufige Trend auf dem Schweizer Markt durch negative Nachrichten aus der Pharma-Branche, den stärkeren Franken und anhaltende Sorgen über die globalen Zinsverläufe angetrieben.


