Der Schweizer Marktindex verwitterte am Donnerstag einen frühen Gewinn und notierte um 0,2 % niedriger bei 13.849,33 Punkten, wobei er seinen Anstieg vor Börseneröffnung auf etwa das Niveau von Mitte Juni umkehrte. Der Benchmark hat in dieser Woche nahezu 600 Punkte eingebüsst und damit die Gewinne des vorangegangenen dreimonatigen Zeitraums verwischt.
Novartis führte den SMI um 1,2% an und bestätigte damit einen provisorischen Tiefpunkt nach zwei starken Rückgängen Anfang der Woche, die durch Rückschläge in klinischen Studien ausgelöst wurden. Alcon blieb der schlechteste Index-Akteur und fiel um 2,4%, gefolgt von UBS mit -1,3% und Roche mit -1,1%.
Die breit angelegte Aktienaktivität wurde von enttäuschenden Ergebnissen der Primark-Mutter AB Foods beeinflusst. Die Aktien des britischen Konzerns büssten in London bis zu 10,5 % ein, ihren stärksten Rückgang seit acht Monaten, nachdem vorläufige Berechnungen zeigten, dass die Primark-Einnahmen im Quartal, das am Wochenende endete, um 3 % gesunken waren. Kontinental-Europa zog unter Druck (-4,3 %), während die Erträge aus dem Lebensmittelsektor im "mitte des einstelligen Prozentbereiches" stiegen. Die Produktion von Zuckerrüben leidet weiterhin unter sinkenden Verkaufspreisen.
Die geopolitischen Spannungen dominierten die Rohstoffe. Brent-Rohöl bewegte sich bei 101,03 US-Dollar pro Fass an der Schwelle zu ihrem Tageshoch und blieb damit oberhalb der psychologisch bedeutsamen Marke von 100 US-Dollar. US-WTI-Rohöl stieg um 0,2% auf 96,22 US-Dollar. Der Kurs rutschte nach Berichten über weitere Explosionen in der Nähe des Hormuskanals, gegen einen Eskalation, die saudiische Kämpfe der Huthis im Jemen einschloss. Die Ängste vor Unterbrechungen der Versorgung hielten die Energiepreise hoch und entfachten erneut inflationäre Befürchtungen auf den weltweiten Märkten.
In Asien gerichteten alle Blicke auf die politische Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die später am Donnerstag erwartet wird, und die vermutlich eine Zinssatzerhöhung um 0,25 Prozentpunkte mit sich bringt. Die Anleger konzentrierten sich auf die Ausführungen zu den zukünftigen Zinsentwicklungen. Der Dow Jones Industrial fiel um 0,77 % auf 52.380,66 – so niedrig wie zuletzt Ende Juli. Der S&P 500 ging um etwa halb Prozent auf 7.636,36 zurück, da erhöhte Ölpreise die Inflation und die Zinsängste bei US-Anlegern anfachten. Über Nacht hatten beide Indizes ein paar ihrer Verluste aus dem europäischen Handel teilweise wieder gut gemacht und boten dadurch eine marginale positive Situation.
Die japanischen Aktien gaben unter dem Druck steigender Ölpreise und der Erwartungen einer schnelleren Geldpolitik durch die BoJ einiges nach. Der Nikkei 225 verlor 0,8 % auf 64.597,46, der breiter gefasste Topix fiel um 0,3 % auf 4.032,89, und Nintendo sackte um 5,8 %. In China verlor der Shanghaier Kompositindex 0,1 % auf 3.946,28, und der CSI 300 ging um 0,2 % auf 4.564,87 zurück. UBS schloss die Aufmerksamkeit, da man bekannt gab, dass man seine Finanzierungsorganisation in Shenzhen – die 2022 gegründet wurde – Ende September schliessen würde. Als Begründung wird ein sehr konkretzitativer Markt genannt.
Auf der Währungsfront stärkte sich der Dollar auf 153,51 Yen und 6,7080 Yuan, während er um 0,1 % auf 0,8090 Schweizer Franken abwichen. Das Euro hielt sich kurz vor der Entscheidung der EZB auf 1,1636 Dollar und 0,9414 Franken. Der Yen fand nur schwache Unterstützung in Erwartungen einer Zinserhöhung der BoJ kommende Woche.
Unter den einzelnen Schweizer Aktien bot die Analystenaktivität einige Unterstützung. Adecco stieg um 2,2%, Bachem gewann 2,6% und Galderma verbesserte sich um 1,0%, nachdem positive Kommentare veröffentlicht wurden. Roche erhielt eine beschleunigte Überprüfung durch die US-FDA für Enspryng, ein Medikament gegen die seltenen Autoimmunerkrankung MOGAD. Burkhalter bemerkt, dass Berenberg seine Bewertung für Adecco auf "Kaufen" senkte, mit einem Ziel von 135 Franken (von 145 Franken). Vorbörsliche Momentaufnahmen von Julius Bär gaben einen SMI-Wert von 0,2% höher bei 13.830 Punkten an, wobei Alcon um 1,3% und ABB um 0,7% stiegen, während die IG Bank den Index um 0,1% niedriger befand. Der SMI schloss am Mittwoch mit einem deutlichen Rückgang von 1,8%.












