Der Schweizer Aktienmarkt begann am Donnerstag mit einem leichten Anstieg des Swiss Market Index (SMI) um 0,2 % auf 13.833,76 Punkte. Von den 20 SMI-Titeln lagen 17 im Plus, während der breitere SMI-Index (SMIM) vorbörslich um 0,4 % auf 3.058,02 Punkte steigerte. Die Stimmung blieb jedoch angespannt: Der SMI hatte in der laufenden Woche bereits fast 600 Punkte verloren und notierte aktuell auf dem Niveau von Mitte Juni, nachdem die Gewinne der letzten drei Monate weitgehend zunichtegemacht wurden. Hauptgründe für die Schwäche waren die negativen Entwicklungen bei Novartis, die Eskalation des Nahost-Konflikts und die Ölpreise über 100 USD/Barrel, die Brent-Kohle aktuell bei 101,03 USD/Barrel und WTI bei 96,22 USD/Barrel notierten. Explosionen im Iran nahe der Hormus-Strasse und weitere Spannungen im Jemen schürten die Sorge vor globalen Versorgungsengpässen und weiterem Druck auf die Rohstoffmärkte.
Eines der Blue-Chip-Unternehmen, Alcon, zeigte mit einem vorbörslichen Rückgang von 2,7 % die stärkste Schwäche. Auch Amrize verlor 0,4 %, während ABB mit einem Plus von 0,7 % leicht im Plus lag. Roche, das eine beschleunigte FDA-Zulassung für das Medikament Enspryng erhielt, notierte mit einem Minus von 0,5 %. Novartis, das bereits am Vortag nach Studienmisserfolgen einen Rückgang von 0,1 % verzeichnete, bestätigte die Bodenbildung nach einem Kurssturz von 1,0 % in den Vorwochen. Analystenkommentare zu Unternehmen wie Adecco (+2,2 %), Bachem (+2,6 %) und Galderma (+1,0 %) trieb den breiteren Markt vorbörslich um 0,3 % nach oben.
Die geopolitischen Spannungen und die Erwartungen an die Zinsschätzung der EZB am frühen Nachmittag hielten die Anleger zurück. Die Märkte rechnen mit einer Zinserhöhung von 0,25 Prozentpunkten, wobei die Aussagen zum zukünftigen Zinspfad von besonderer Bedeutung sind. Gleichzeitig belasteten die Ölpreise und die US-Inflationsdaten die Stimmung. Der Dow Jones verlor am Vortag 0,77 Prozent, während der S&P 500 um knapp ein Prozent zurückging. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 0,8 Prozent und der Topix um 0,3 Prozent. In China notierte der Shanghai Composite mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 3.946,28 Punkte.
Die US-Aktienmärkte zeigten vor dem europäischen Handelsende nur eine leichte Stabilisierung: Der Dow Jones erreichte sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli, während die Nasdaq 0,29 % im Minus schloss. Die Vorstellung des neuen iPhones von Apple löste keine starken Reaktionen aus. Die Anleger gehen vorsichtig vor dem nächsten Handelstag und informieren sich über weitere Ereignisse, unter anderem die Zinsentscheidung der EZB, die US-Inflationsdaten und die Quartalszahlen von Oracle und Adobe.
Im Devisenhandel gewann der Dollar leicht auf 153,51 Yen und 6,7080 Yuan, während der Euro bei 1,1636 USD und 0,9414 CHF notierte. Der Yen profitierte von Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan, während der Schweizer Franken bei 0,8090 CHF/USD blieb.
Die UBS gab bekannt, ihre Fondsvertriebsgesellschaft in Shenzhen zu schliessen, wodurch die Schweizer Grossbank in den Fokus der Investoren rückte. Ausserdem verstärkten die Ölpreise und die Inflationsbedenken die Sorge vor einem weiteren Anstieg der Verbraucherpreise, was die Märkte für Agrarrohstoffe zusätzlich belastete.
Die Zinsentscheidung der EZB und die US-Inflationsdaten bleiben zentrale Risikofaktoren. Die Märkte warten auf klare Signale zur weiteren geldpolitischen Ausrichtung, während geopolitische Spannungen und Ölpreise die Stimmung weiter beeinflussen.












