Die Aktien von Shurgard Self-Storage brachen am Dienstag stark ein, nachdem der europäische Selbstlager-Betreiber seine Jahresgewinnprognose gesenkt hatte. Gründe dafür seien schwächere Nachfrage als erwartet und steigende Betriebskosten.
Das Unternehmen, das Einrichtungen in ganz Europa betreibt, senkte seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) 2024 auf einen Bereich von 11,50 bis 12,50 Euro. Zuvor war ein Korridor von 13,50 bis 14,50 Euro erwartet worden. Die Herabsetzung der Schätzung spiegelt niedrigere Auslastungsquoten und höhere als antizipierte Aufwendungen wider – darunter Energie- und Personalkosten.
Die Shurgard-Aktie gab im frühen europäischen Handel bis zu 12 % nach und vertiefte damit die Verluste vom Montagabschluss. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt nun bei rund 4,2 Milliarden Euro, gegenüber 4,8 Milliarden Euro zu Wochenbeginn.
In einer Mitteilung führte der CEO von Shurgard die Gewinnwarnung auf "anhaltende makroökonomische Gegenwinde" zurück, darunter hohe Inflation und gedämpften Konsum. Zudem seien Verzögerungen bei der Eröffnung neuer Standorte durch Genehmigungsprobleme in mehreren Märkten entstanden.
Die Analysten von Jefferies stuften Shurgard von "Kauf" auf "Halten" herab und verwiesen auf die reduzierte Prognose sowie "begrenzte Sicht auf eine kurzfristige Erholung". Die Bank senkte ihr Kursziel von 220 auf 180 Euro, räumte jedoch ein, dass die langfristige Nachfrage nach Selbstlagern durch Urbanisierungstrends strukturell gestützt bleibe.
Shurgard, die an der Euronext Amsterdam notiert ist, gilt als Indikator für den europäischen Selbstlager-Sektor. Das Unternehmen ist in Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich aktiv. Die jüngste Gewinnwarnung unterstreicht die breiteren Sorgen um die Konsumentenresistenz in der Region angesichts hoher Kreditkosten und wirtschaftlicher Unsicherheit.


