Die Aktien von Sanrio Co., dem japanischen Unternehmen hinter Hello Kitty und weiteren beliebten Figuren, sind am Dienstag deutlich gefallen, nachdem das Unternehmen den ersten Jahresverlust seit mehr als einem Jahrzehnt gemeldet und die Dividende gekürzt hat.
Der in Tokio ansässige Lizenzgeber verzeichnete für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr einen Nettoverlust von ¥2,8 Milliarden (18,5 Millionen US-Dollar) gegenüber einem Gewinn von ¥7,1 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz ging um 11,2 % auf ¥74,3 Milliarden zurück, was das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen markiert.
Sanrio führte den Einbruch auf eine schwächere Nachfrage nach seinen Figurenartikeln zurück, insbesondere in Asien, wo die Verkäufe um 15 % zurückgingen. Das Unternehmen verwies zudem auf Lieferkettenstörungen und gestiegene Produktionskosten als weitere Faktoren. Das operative Ergebnis sank um 42 % auf ¥3,2 Milliarden.
Als Reaktion darauf senkte Sanrio die jährliche Dividende um 50 % auf ¥20 pro Aktie, gegenüber ¥40 im Vorjahr. Das Unternehmen warnte, dass anhaltende makroökonomische Belastungen und schwache Konsumentenausgaben die Ergebnisse im laufenden Geschäftsjahr weiter drücken könnten.
Analysten der Mizuho Securities stuften Sanrio auf „neutral“ von „kaufen“ herab und äußerten Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Lizenzierungsmodells angesichts sich wandelnder Konsumentenpräferenzen. Die Aktie, die im Jahresvergleich bereits um 12 % eingebrochen war, legte im Tokioter Handel nach der Ergebnisveröffentlichung weitere 8 % zu.
Das 1960 gegründete Unternehmen hat lange Zeit auf seine ikonischen Figuren gesetzt, um durch Lizenzvereinbarungen, Einzelhandelskooperationen und Direktverkäufe Umsatzerlöse zu generieren. Doch das Unternehmen sieht sich mit zunehmendem Wettbewerb von digitalen Unterhaltungs- und Gaming-Plattformen konfrontiert, die sich einen größeren Anteil der Konsumentenausgaben sichern.
Die Unternehmensführung erkannte die Herausforderungen an, zeigte sich jedoch zuversichtlich bezüglich der langfristigen Strategie, einschließlich der Expansion in neue Märkte und Produktkategorien. Anleger bleiben jedoch angesichts der breiteren Verlangsamung im Konsumgüter- und Einzelhandelssektor vorsichtig.


