Das britische Pfund gab am Montag nach, da der US-Dollar erneut unter Druck geriet – ausgelöst durch Unsicherheit über die Sanktionspolitik Washingtons gegenüber dem Iran sowie durch Signale von Vertretern des US-Finanzministeriums.
Sterling notierte zuletzt bei 1,3622 US-Dollar und lag damit 0,17 % im Minus (Stand: 05:40 Uhr Brasília-Zeit). Damit setzte sich der Abwärtstrend vom Freitag fort. Auch der Euro gab um 0,12 % nach auf 1,1663 US-Dollar. Beide Währungen wurden in den frühen europäischen Handelsstunden von einem stärkeren Dollar-Ton belastet. Der US-Dollar-Index (DXY) verharrte bei rund 98,933 und konsolidierte damit innerhalb der von ING prognostizierten Handelsspanne von 98,50 bis 99,00, wie das globale Marktteam der Bank mitteilte.
Chris Turner, Leiter der globalen Märkte für das Vereinigte Königreich sowie Mittel- und Osteuropa bei ING, betonte, dass der jüngste Rückgang des Dollars durchaus noch weitergehen könnte – warnte jedoch davor, von einem endgültigen Tiefpunkt auszugehen. Turner verwies auf bevorstehende Entwicklungen, darunter die erwartete Ankündigung neuer Sanktionen durch US-Finanzminister Scott Bessent am Montag sowie verschärfte Handelsspannungen, die die Risikobereitschaft der Anleger für das sogenannte „Debasement“-Geschäft gegen den Dollar auf die Probe stellen könnten. Jede Eskalation von Zöllen würde demnach wahrscheinlich negativ für die US-Währung gewertet werden.
Der Markt bleibt auf geopolitische Risiken fokussiert, nachdem Berichte über neue, gegen den Iran gerichtete Sanktionen bekannt wurden, die noch am selben Tag in Kraft treten könnten. Analysten zufolge könnten solche Massnahmen die Öllieferungen beeinträchtigen und regionale Spannungen verschärfen – was kurzfristig die Nachfrage nach dem Dollar als sicherer Hafen stützen dürfte.
ING behielt ihr Jahresendziel für EUR/USD bei 1,18 US-Dollar bei und prognostizierte für Ende September einen Kurs von 1,17 US-Dollar. Die Bank identifizierte eine wichtige Unterstützungszone für das Währungspaar bei 1,1660 bis 1,1670 US-Dollar. Turner spielte zudem die Erwartungen herunter, dass der Fed-Offizielle Kevin Warsh während seiner Keynote-Rede auf dem Jackson-Hole-Symposium am Freitag einen grundlegenden Kurswechsel in der Geldpolitik signalisieren würde. Warshs Haltung beschrieb er als restriktiv, doch ohne klare Hinweise auf die nächsten Schritte der Fed.
Vor diesen Ereignissen stehen in der Woche zudem wichtige Wirtschaftsdaten an, darunter die Juli-Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch sowie der IFO-Geschäftsklimaindex für Deutschland am Dienstag. Investoren werden zudem genau auf mögliche Signale von Warsh zu Inflationsrisiken oder der Zinsentwicklung in den USA achten.
Der Rückgang des Pfunds spiegelt die allgemeine Zurückhaltung in den Devisenmärkten wider, wo Händler sowohl mit der Aussicht auf einen schwächeren Dollar als auch mit anhaltenden geopolitischen und politischen Risiken jonglieren.












