Die Rohöl-Futures fielen am Dienstag um mehr als 2% nach dem Fortsetzen der Verhandlungen zwischen Iran und Oman über die Hormus-See, einen kritischen Durchgangsbereich für weltweite Rohöl- und Flüssigerdgas-Lieferungen.
Die Brent-Rohstoff-Futures fielen um 2,6 % auf 86,30 US-Dollar pro Barrel um 05:17 Uhr Brasiliens Zeit, bevor sie etwas abwärts korrigierten und bei 85,25 US-Dollar – einen Rückgang von 2,31 % oder 2,02 US-Dollar – notierten. Die US-Futures für West Texas Intermediate fielen um 2,7 % auf 80,18 US-Dollar pro Barrel und wurden später bei 80,29 US-Dollar gehandelt, ein Rückgang von 2,51 % oder 2,07 US-Dollar. Die Abschläge folgte einem vorherigen Seitenniedergang von über 5 %.
Der Tankerschiffsverkehr durch die Hormuschlucht, der etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Verkehrs ausmacht, belief sich am Dienstag auf nur fünf Frachtschiffe, womit der Wert deutlich unter dem 10-Tage-Durchschnitt von 15 lag. Bevor sich das Konflikt Ende Februar verschärfte, wurden in der Schlucht deutlich höhere Mengen abgefertigt.
Nach Angaben eines iranischen Beamten, der von Al Jazeera zitiert wurde, haben der Iran und Oman bei Gesprächen in Teheran eine neue temporäre Schifffahrtsroute vereinbart. Allerdings wird der Kanal erst vollständig wieder geöffnet, wenn die USA ihre Verpflichtungen aus dem im Juni unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen einhalten.
Die Analytiker warnten, dass geopolitische Risiken weiterhin in den Ölpreisen verankert bleiben. "Ein geopolitischer Risikofaktor wird dauerhaft im Preis verankert sein", sagte Vital Knowledge. Die Analytiker von ING fügten hinzu, dass ein Abkommen zwischen dem Iran und Oman "nicht bedeutet, dass wir eine Normalisierung des Öllaufs durch das Hauptengpass sehen werden." Sie bemerkten, dass Washington die Blockade der iranischen Häfen heben und Sanktionen gegen den Iran abmildern müsste, bevor es überhaupt zu einer Normalisierung kommt.
Die Hormusstrasse hat seit Ende Februar, als die regionalen Spannungen eskalierten, zu einem persistenten Brennpunkt auf dem Energie-Markt des Nahen Ostens geworden. Ein im Juni von Pakistan vermitteltes Waffenstillstand zwischen den USA und Iran schuf einen vorübergehenden Rahmen, doch die vollständige Normalisierung der Schifffahrt ist von weiteren diplomatischen Fortschritten abhängig.












