Die US-Aktien-Futures zeigten am Donnerstag eine gemischte Dynamik. Der Dow Jones Industrial Average fiel bei Eröffnung um 0,2%, der S&P 500 stieg um 0,2% und der technikstarke Nasdaq 100 gewann 0,7%. Die Zuwächse folgten Nvidias Pre-market-Sprung von 8%, der von einem positiven Ausblick angetrieben wurde, der die Aktien des Halbleitermarkts und das allgemeine Technickingefühl ankurbelte.
Der Nasdaq 100 sollte seinen 50-Tage-Durchschnitt zurückerobern, ein technisches Niveau, das als Indikator für mittelfristige Trends gilt, während der Dow weiterhin unter bescheidenem Druck stand. Der Fokus der Markte ist weiterhin auf das jährliche Jackson Hole-Symposium gerichtet, wo der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, am Freitag einen Vortrag halten soll. Der Zeitpunkt verleiht der vorsichtigen Stimmung der Sitzung noch mehr Gewicht, da die Anleger die eingehenden Daten nach Hinweisen auf den Kurs der Fed-Politik durchsuchen.
Die neueste Inflationsschätzung der USA – der Preisindex für private Konsumausgaben (PCE) – lag weiterhin über dem 2 % Ziel der Fed, was die Erwartungen für eine mögliche Zinserhöhnung im September stärkte. Der jüngste Inflationswert, der am Vortag veröffentlicht wurde, zeigte einen Jahreswachstum bei 2,5 %, während der Anstieg des persönlichen Einkommens unerwartet weiter gestiegen ist, was die Entscheidungsfindung der Fed noch weiter erschwert.
Die Aktie von Nvidia sprang im Premarket-Handel um 5,9 % an, nachdem der Chiphersteller Quartalsergebnisse veröffentlichte, die die Erwartungen übertrafen. Die Analystin Stacy Rasgon von Bernstein hob die Aktie auf ein Preisziel von 400 US-Dollar an, unter Berufung auf höhere Wachstumsziele für das Geschäftsjahr 2027/28 als ursprünglich erwartet. Die Aktie, die 2022 bei около 11 US-Dollar gehandelt wurde, spiegelt nun Erwartungen einer fast verdoppelten Wertentwicklung gegenüber den aktuellen Kursen. Die Führungsposition von Nvidia im Bereich KI und das weiter ausbauende Ökosystem sorgen weiter für Vertrauen der Anleger, auch wenn allgemeine Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Kapitalausgaben im Zusammenhang mit KI verbleiben.
Die Aktien von Salesforce stiegen vorbörslich um 10 %, nachdem der Software-Riese eine positive Prognose zu seinem KI-Tool Agentforce veröffentlichte. Das Unternehmen projizierte ein Wachstum des Umsatzes im dritten Quartal von bis zu 12 % im Vergleich zum Vorjahr und schätzte diesen auf 11,42 Milliarden US-Dollar bis 11,5 Milliarden US-Dollar, was über dem durchschnittlichen Analystenestimat reicht. CEO Marc Benioff betonte die Rolle des Tools bei der Beschleunigung der Akzeptanz durch Kunden und der Expansions des Umsatzes. Auch die Cybersecurity-Güter CrowdStrike und Okta trugen zur Kurserhungung im Sektor bei, wobei Okta um bis zu 21 % stieg.
In Europa sank der Schweizer Marktindex (SMI) um 1,2 % auf 14.419 Punkte, belastet von den Kursverlusten schwerer Gewichte, einschliesslich Givaudan, das um 3,6 % nach unten korrigierte, nachdem Morgan Stanley die Aktie auf "Underweight" herabgestuft hatte. Die Bank führte eine schwächere Nachfrage nach Düfte und eingeschränkte Margenausweitungsmöglichkeiten an, was zu Gewinneinzugsmassnahmen führte, nachdem der Kurs in den vorherigen sechs Sessions um 7 % zugenommen hatte.
Die Ölpreise zogen an, wobei Brent-Rohöl um fast 1% auf 88,60 US-Dollar je Barrel stieg, nach einem frühen Anstieg. Dies kam nachdem geopolitische Spannungen im Nahen Osten andauernd waren und Iran in einem Schreiben an die Vereinten Nationen die jüngsten US-Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus verurteilte. Die Brent-Preise setzen sich seitdem nach unten und kommen auf 87 US-Dollar je Barrel.
Der Schweizer Franken stärkte sich gegenüber den wichtigsten Peers und verstärkte damit die Kopfwinde für Schweizer Exporteure. Die Währungserosion in Verbindung mit einem zurückhaltenden Investorenstimmungsbild vor Jackson Hole trug zum Tagestief des SMI bei. Der breiter angelegte SPI-Index fiel um 0,7 % und wurde bei 20 296 Punkten abgeschlossen.



