Die Aktien des Schweizer Detailhandelsgiganten Migros Group verloren am Dienstag 4,5%, nachdem das Unternehmen seine Dividende gekürzt und vor schwächeren Umsätzen aufgrund steigender Inflation und verschärftem Wettbewerb gewarnt hatte.
Das in Zürich ansässige Unternehmen meldete einen Umsatzrückgang von 2,1% im ersten Halbjahr und verwies dabei auf nachlassende Nachfrage in der Schweiz sowie höhere Betriebskosten. Migros reduzierte zudem die Jahresdividende um 15% auf CHF 12 pro Aktie – damit lag sie unter den Analystenerwartungen von CHF 14,50.
Generaldirektor Fabrice Zumbrunnen führte die Herausforderungen auf «anhaltende Inflationsdrucke» und «zunehmenden Wettbewerb» im Schweizer Lebensmittelmarkt zurück. Die Bruttomarge des Unternehmens verengte sich auf 28,7% gegenüber 29,4% im Vorjahreszeitraum, was höhere Beschaffungs- und Logistikkosten widerspiegelt.
Analysten der UBS stuften Migros von «Kauf» auf «Neutral» herab und verwiesen dabei auf die Dividendenkürzung sowie «begrenzte Sichtbarkeit» auf eine Erholung der Umsätze. «Die Aussichten bleiben vorsichtig, da der Konsum unter Druck steht und keine unmittelbare Entlastung bei den Kostenbelastungen in Sicht ist», hiess es in einer Mitteilung der UBS.
Migros, einer der grössten Arbeitgeber der Schweiz, betreibt über 600 Filialen und beschäftigt rund 90.000 Mitarbeiter. Die Aktien des Unternehmens haben in diesem Jahr 8% verloren und damit den Schweizer Marktindex (SMI) unterperformt, der im gleichen Zeitraum um 3,2% zulegte.
Die Dividendenkürzung markiert die erste Reduktion seit fünf Jahren und unterstreicht die breiteren Herausforderungen im Schweizer Einzelhandelssektor, wo Unternehmen mit hohen Löhnen, Energiekosten und gedämpfter Konsumlaune kämpfen.



