Die Mayr-Melnhof-Gruppe meldete für das erste Halbjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA von 200,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6,5 % gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Die Kostensenkungsmassnahmen milderten dabei den Preisdruck und die rückläufigen Absatzmengen teilweise ab. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 4,7 % auf 1,85 Milliarden Euro auf vergleichbarer Basis – ohne das veräusserte TANN-Geschäft.
Die bereinigte EBITDA-Marge des Verpackungskonzerns stieg auf 10,8 %. Das entspricht einem Anstieg um 14 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr und um 70 Basispunkte im Vergleich zum Vorquartal. Der operative Cashflow erholte sich auf 145,1 Millionen Euro (H1 2025: –95,6 Millionen Euro), während der Free Cashflow mit 37 Millionen Euro erstmals seit einem Jahr wieder positiv ausfiel (H1 2025: –194,1 Millionen Euro). Die Nettoverschuldung belief sich auf 945,2 Millionen Euro, was einem Verschuldungsgrad von 2,4 mal dem bereinigten EBITDA entspricht – innerhalb der Zielvorgabe von 2,0 bis 2,5.
Das Kostensenkungsprogramm «Fit-For-Future» brachte im ersten Halbjahr 2026 EBITDA-Verbesserungen von 105 Millionen Euro – und lag damit über den Erwartungen. Die Unternehmensführung erhöhte das kumulierte Ziel auf über 330 Millionen Euro bis 2027 (bisher: über 250 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr 2026 trug das Programm 102 Millionen Euro bei, weitere 100 Millionen Euro werden für das zweite Halbjahr erwartet und 60 Millionen Euro für 2027.
Die Sparten entwickelten sich unterschiedlich. Das EBITDA im Bereich Pharma & Healthcare Packaging stieg um 14 % auf 45,6 Millionen Euro, wobei die Marge um 180 Basispunkte auf 14,3 % zulegte. Im Segment Food & Premium Packaging erhöhte sich das EBITDA um 1 % auf 97,9 Millionen Euro, obwohl die Absatzmengen um 7,1 % auf 1.019 Millionen Quadratmeter zurückgingen. Das EBITDA im Bereich Board & Paper sank um 19 % auf 56,8 Millionen Euro – hier wirkte sich der Preisdruck laut Management mit rund 70 Millionen Euro negativ auf das Ergebnis aus. Die Faltschachtelkarton-Produktion stieg um 3,1 % auf 936.000 Tonnen, die Kapazitätsauslastung lag bei 87 %.
Für das Kapitalbudget sind unter anderem eine 100-Millionen-Euro-Investition in das Werk Kwidzyn (Polen) ab Herbst 2026 geplant, die ab 2027 den operativen Gewinn um rund 30 Millionen Euro jährlich steigern soll. Weitere Investitionen von 24 Millionen Euro sind in Rumänien und 20 Millionen Euro in den USA vorgesehen. Zudem wurde eine Vereinbarung zum Kauf der Kartonfabrik Arnsberg von Reno de Medici unter Vorbehalt der Genehmigungen getroffen – Synergien werden ab 2027 und 2028 erwartet.
Die Aktie von Mayr-Melnhof gab nach der Präsentation um 3,09 % auf 78,30 US-Dollar nach. Damit notiert die Aktie etwa 23,5 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 102,40 US-Dollar und 12,3 % über dem 52-Wochen-Tief von 69,70 US-Dollar. Für das dritte Quartal wird der operative Gewinn aufgrund jährlicher Wartungsstillstände in Kwidzyn und Kotkamills um rund 35 Millionen Euro belastet.












