Iran wird demnächst der BRICS-Neuentwicklungsbank beitreten, wie der Gouverneur der iranischen Zentralbank am Mittwoch bekannt gab.
Mohammad Reza Farzin, der Gouverneur der Zentralbank des Iran, erklärte, dass der offizielle Prozess für den Beitritt des Landes zu dem multilateralen Kreditinstitut kurz vor dem Abschluss stehe. Die von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gegründete BRICS-Neuentwicklungsbank hat sich zum Ziel gesetzt, die Finanzierung von Infrastruktur- und nachhaltigen Entwicklungsprojekten in Schwellenländern bereitzustellen.
Farzin nannte keinen genauen Zeitplan, sagte jedoch, dass die Gespräche in eine finale Phase vorgerückt seien. Der mögliche Beitritt des Iran folgt auf seinen Antrag im Jahr 2022 und anschliessende Verhandlungen mit den bestehenden Mitgliedern. Dieser Schritt wird als Teil von Teherans umfassenderen Bemühungen gesehen, die finanziellen und wirtschaftlichen Bindungen zu nicht-westlichen Blöcken inmitten anhaltender US- und EU-Sanktionen zu vertiefen.
Die BRICS-Bank mit Sitz in Shanghai hat ihren Mitgliederkreis in den letzten Jahren erweitert; im Jahr 2024 traten Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate bei. Die Aufnahme des Iran würde die Präsenz der Bank im Nahen Osten weiter stärken und ihre Rolle bei der Finanzierung regionaler Projekte ausbauen.
Analysten deuten die Entwicklung dahingehend, dass sie dem Iran alternative Finanzierungsquellen für Infrastruktur- und Energieinitiativen verschaffen und die Abhängigkeit von traditionellen westlichen Finanzinstituten verringern könnte. Die Zentralbank machte keine weiteren Angaben zu den Bedingungen der iranischen Mitgliedschaft oder dem erwarteten Kapitaleinsatz.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da der Iran bestrebt ist, seine wirtschaftliche Widerstandskraft inmitten geopolitischer Spannungen und internationaler Restriktionen zu stärken.



