Der brasilianische Ibovespa-Index stieg am Mittwoch um 3,05% und schloss bei 185.205,09 Punkten, da die Anleger auf die Veränderung der politischen Umfragen und die Entwicklungen beim Vorgehen des Bundesgerichtshofs im Master-Prozess reagierten. Die Zuwächse standen im Gegensatz zu bescheidenen Aufschlägen bei den US-amerikanischen Aktienindizes, und zwar wurde der Dow Jones um 0,56%, der S&P 500 um 0,46% und der Nasdaq um 0,45% gestiegen.
Der Real stieg um 0,92 % gegenüber dem Dollar, wobei die US-Währung am Schlieҫenden bei R$ 5,1084 notiert wurde. Dies erfolgte nach schwächeren als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen, denn der ADP-Beschäftigungsbericht zeigte im August nur 38.000 zusätzliche Jobs, darunter die erwarteten. In der jüngsten Gelbe Broschüre der US-Notenbank wird die wirtschaftliche Aktivität als moderat expansiv beschrieben, verbunden mit moderater Preisdeformation, was die Sorgen über eine aggressive Geldpolitik abschwächte.
Auch das politische Stimmungsbild änderte sich, wie die Meinungsumfragefirma Quaest zeigte: Laut einer simulierten zweiten Runde ist es spannend zwischen Präsident Lula und Senator Flávio Bolsonaro. Der verkürzte Vorsprung trug dazu bei, dass es zu verstärkten Käufe von Blue-Chip-Aktien kam, insbesondere bei den staatseigenen Schwergewichten Petrobras PN (PETR4), die um 2,84 % auf 48,20 R$ stiegen, und Vale ON (VALE3), die um 3,19 % auf 80,55 R$ gewinnte.
Konzernnachrichten trieben auch einzelne Aktienbewegungen an. Die Aktien von Magazine Luiza (MGLU3) steigerten sich um 16,88 %, nachdem das Unternehmen eine kommerzielle Partnerschaft mit Mercado Livre bekanntgegeben hatte, während die Aktien von Azzas (AZZA3) um 11,28 % stiegen, nachdem Arezzo und SOMA eine Vereinbarung über eine Firmenumbildung getroffen hatten. Die Aktien von Broadcom sanken in der nachb猫rigen Handelszeit um mehr als 3 %, nachdem der Chiphersteller die Einnahmen im vierten Quartal etwas unter den Konsensschatzen projiziert hatte.
Die Investoren beobachten genau, wie der Oberste Bundesgerichtshof mit dem Master-Fall umgeht. Gerichtspräsident Edson Fachin signalisierte mögliche Massnahmen, während das Generalstaatsanwaltschaftsamt die Annulierung eines Berichts der Bundespolizei verteidigte. Der Verlauf des Falles bleibt ein wichtiger Risikofaktor für die Stimmung an den Märkten. Die Ölpreise gingen etwas um, da die geopolitischen Spannungen wieder zunahmen und Donald Trump trotz Berichte über den Rekordverkehr von Schiffen durch die Hormuschlucht drohte, Iran zu treffen.












