Die Wall Street bleibt skeptisch gegenüber Hims & Hers Health Inc., während das Unternehmen die Markteinführung von Peptid-basierten Therapien vorbereitet. Mehrere Analysten stellen den kurzfristigen Umsatzpotenzialen des Vorhabens infrage.
Das über eine SPAC-Fusion 2020 an die Börse gegangene Gesundheitsunternehmen sieht in Peptiden einen zentralen Wachstumstreiber für 2024. Peptid-Therapien, die häufig in der Gewichtsreduktion und bei Stoffwechselerkrankungen eingesetzt werden, haben zwar im Pharmamarkt an Bedeutung gewonnen, doch ihre Skalierung im verbraucherorientierten Gesundheitsmodell von Hims ist bisher unbewiesen.
Analysten von Piper Sandler und Jefferies äusserten Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs durch etablierte Player im Bereich der Abnehm-Medikamente, darunter Novo Nordisk und Eli Lilly, die den GLP-1-Agonisten-Markt dominieren. Jefferies-Analyst Brian Tanquilut schrieb in einer Mitteilung, dass Peptide zwar eine «bedeutsame Chance» darstellten, doch Umsetzungsrisiken und Marktsättigung die Fähigkeit von Hims einschränken könnten, in diesem Jahr nennenswerte Marktanteile zu gewinnen.
Das Peptid-Programm von Hims ist Teil der breiteren Expansion des Unternehmens über seine Kernbereiche Telemedizin und verschreibungspflichtige Medikamente hinaus. Das Unternehmen hatte zuvor die Bedeutung der Stoffwechselgesundheit betont und Peptide als logische Ergänzung seines bestehenden Portfolios positioniert. Analysten warnen jedoch, dass regulatorische Hürden und Erstattungsprobleme die Umsatzrealisierung weiter verzögern könnten.
Die Aktie von Hims & Hers hat in den letzten Monaten schlechter performt als der breitere Gesundheitssektor – ein Zeichen für die Skepsis der Investoren. Die Papiere des Unternehmens sind seit Jahresbeginn um rund 15% gefallen und liegen damit hinter dem S&P 500 Healthcare Index, der im gleichen Zeitraum etwa 5% zugelegt hat.
Ein Sprecher von Hims wollte sich zu den Analystenberichten nicht äussern, bekräftigte aber die Verpflichtung des Unternehmens, seine Peptid-Pipeline voranzutreiben. Der Markteinführungstermin hänge von regulatorischen Genehmigungen und Lieferkettenaspekten ab, was eine kommerzielle Einführung erst für Ende 2024 oder Anfang 2025 möglich mache.
Vorerst unterstreicht die zurückhaltende Haltung der Wall Street die Herausforderungen, denen sich Hims gegenübersieht, um seine Umsatzquellen über das traditionelle Telemedizin-Modell hinaus zu diversifizieren.



