Gold-Rally steht vor Wendepunkt vor US-Verbraucherpreisindex
Edelmetallpreise konsolidieren nach Anstieg – Anleger warten auf Inflationsdaten, die Richtung der US-Notenbank und des Dollars beeinflussen könnten.

Der Goldpreis stabilisierte sich am Dienstag, während die Märkte auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) warteten. Diese werden voraussichtlich die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank und die Entwicklung des Dollars prägen.
Das Edelmetall hat in den letzten Handelssitzungen deutlich zugelegt, unterstützt von der Erwartung möglicher Zinssenkungen der US-Notenbank noch in diesem Jahr. Analysten warnen jedoch, dass der anstehende CPI-Bericht die Aufwärtsbewegung des Goldes infrage stellen könnte, falls die Inflationsdaten die Erwartungen übertreffen. Ein stärker als erwartet ausgefallener Inflationswert könnte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Lockerung der Geldpolitik verringern, den US-Dollar stärken und damit den Goldpreis belasten.
„Der Markt reagiert derzeit extrem sensibel auf die CPI-Zahlen“, sagte ein leitender Analyst einer grossen Rohstoffhandelsfirma. „Jede Überraschung nach oben könnte zu einer Umkehr der jüngsten Goldgewinne führen.“
Besonders im Fokus steht der Kern-CPI, der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert und als Indikator für die zugrundeliegenden Inflationstrends gilt. Reuters zufolge prognostizieren von der Nachrichtenagentur befragte Volkswirte einen Anstieg des Kern-CPI um 0,3 % gegenüber dem Vormonat im April – genau wie im März. Die Jahresrate des Kern-CPI soll unverändert bei 3,8 % bleiben.
Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist für den 11. und 12. Juni anberaumt, bei der die Entscheidungsträger die eingehenden Wirtschaftsdaten – darunter die Inflationstrends – auswerten werden, um die angemessene Zinspolitik festzulegen. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group haben Marktteilnehmer eine etwa 60-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bis September eingepreist.
Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass Gold sich Überkauft-Niveaus nähert, was die Sorgen vor einer möglichen Korrektur verstärkt. Das Edelmetall hat seit Jahresbeginn fast 15 % zugelegt, getrieben von geopolitischen Spannungen, Käufen durch Zentralbanken und sich wandelnden Erwartungen zur US-Geldpolitik.
„Auch wenn die mittelfristigen Aussichten für Gold weiterhin positiv sind, bleibt die kurzfristige Perspektive unsicher“, sagte ein weiterer Analyst. „Die CPI-Zahlen werden ein entscheidender Wendepunkt sein.“
Trader beobachten zudem den US-Dollar-Index, der sich traditionell invers zum Goldpreis verhält. Ein stärkerer Dollar belastet Gold, da es für Halter anderer Währungen teurer wird.
Die CPI-Daten werden am Mittwoch um 14:30 Uhr MESZ veröffentlicht.
Gold-Futures für die Lieferung im Juni notierten zuletzt bei 2.350,10 US-Dollar pro Unze und blieben damit praktisch unverändert zum Vortag.


David reports on energy, metals and agricultural markets, tracking how supply signals and safe-haven demand move prices across the commodities complex.
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