Der weltweite An Verkauf von Staatsanleihen hat sich am Donnerstag etwas abgeschwächt, da die Kreditkosten in Europa und Australien von Mehrjährigen Höchstwerten zurückfielen und damit nach einer Woche aggressiver Durationsverkäufe eine kurze Entlastung gegeben haben.
Die 10-jährige Bund-Jährliche in Deutschland fiel um 0,12 Prozentpunkte auf 3,362 % und beendete damit eine Sieben-Tages-Sektion von Aufschwüngen. Die 2-jährige Rentenrendite sank auf 2,966 %. Die französischen 10-jährigen OAT-Renditen jedoch rückten für die siebente Folge-Sitzung auf 4,237%, was dem Niveau entspricht, wie es während der Finanzkrise 2008 zum letzten Mal beobachten wurde. Die 10-jährige Referenz-Rendite der australischen Staatsanleihen sank auf 5,157 % nach dem am Mittwoch beobachteten 15-jährigen Höchstwert von 5,205%. Dies wurde durch robuste Wirtschaftswachstum und eine erhöhte Inflation im Juli angetrieben.
Die Pause in der routinemässigen Abwärtsbewegung ging auf dovish Signale von den US-Politikern und kühleren als erwartet liegender Daten für den Arbeitsmarkt zurück. Laut APAD steigerte die Zahl der privaten Arbeitsplätze in den USA im August um 38.000 Jobs, womit die consensus-Prognosen verfehlt wurden und die Erwartungen verstärkt wurden, dass die US-Notenbank einen vorsichtigeren Kurs bei der weiteren Finanzspritzenpolittik einschlagen könnte. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, machte darauf aufmerksam, dass die Beamten weitere Daten benötigen, ehe sie über Zinssatzanpassungen entscheiden.
Die geopolitischen Spannungen im Persischen Golf haben die Rohölpreise weiter gesteigert und haben die Disinflationsbemühungen der Zentralbanken erschwert. Direkt-Angriffe von den USA und dem Iran über den Hormus-Kanal haben die Energiekosten in die Höhe getrieben und damit die Risiken einer verbreiteten Inflation für die Transport- und Industriesektoren bedroht.
Die Märkte für Staatsanleihen stossen ebenfalls auf strukturelle Hindernisse, da Rekordmengen an Emissionen von grossen Regierungen mit einem unerwartet hohen Umsatz an Unternehmensobligationen konkurrieren, die in Verbindung mit Investitionen in Infrastrukturen für künstliche Intelligenz stehen. Analysten warnen, dass eine anhaltende Überlastung des Angebots die Volatilität auf den globalen Anleihenmärkten verlängern könnte.
Die Investoren warten nun auf den am Freitag veröffentlichten Bericht über die us-amerikanischen Arbeitsplätze und die Entscheidung des Europäischen Zentralbanks am 10. September, die Klarheit darüber geben könnte, wohin die Geldpolitik unter den sich verändernden wirtschaftlichen und geopolitischen Bedingungen tendiert.












