Die deutsche Wirtschaft wuchs im 2. Quartal 2026 zum dritten Quartal in Folge und stieg um 0,3% gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Lesung übertraf die vorherige Schätzung von 0,2% und folgte auf Zuwachsraten von 0,3% im 4. Quartal 2025 und 0,4% im 1. Quartal 2026.
Die Exporte stiegen im Quartal um 2,0 Prozent, angetrieben durch stärkere Lieferungen von Maschinen, Geräten und Fahrzeugen, sagte das Bundesamt. Die Festeinvestitionen in Anlagen gingen im Vergleich zum Vorquartal um 1,4 Prozent zurück, während die Bauausgaben um 0,1 Prozent zunahmen. Der private und der öffentliche Konsum nahmen jeweils um 0,1 Prozent zu, was auf eine moderate nach innen gerichtete Nachfrage hinweist. Die Expansion ereignete sich trotz der anhaltenden Störungen aufgrund des Iran-Konflikts, die die Ölpreise weiterhin hoch halten.
Die industrielle Stimmung verbesserte sich im August deutlich, und der Industriewirtschafts-Ratingindex erreichte sein höchsten Stand in mehr als vier Jahren. Analysten nannten stärkere Auftragsbestände, insbesondere aus staatlichen Aufträgen für Infrastruktur und Verteidigung, als die Haupttreiber. Die Deutsche Bauernvereinigung erhöhte ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt bis 2026 von 0,5 % auf 1,0 %, und führte dies auf die Widerstandsfähigkeit der Industriellektivität zurück.
Die Bundesbank warnte vor der Einschränkung der Erholung durch die rekordverdächtig niedrigen Wasserstände des Rheins. Einschränkte Transportrouten und auffallend höhere Frachtkosten dürften die industrielle Produktion und den Exportwachstum im 3. Quartal belasten. Die Zentralbank rechnet für den Zeitraum lediglich mit einem marginale Anstieg des BIP.
Ruth Brand, Vorsitzende des Statistischen Bundesamts, begründete das Wachstum des Quartals durch eine starke Exportentwicklung und verwies auf die fortschreitende Dynamik seit Beginn des Jahres.












