Der deutsche Blue-Chip-Index DAX rutschte am Montagmittag um 0,67% auf 26.393 Punkte, womit er die Gewinne vom Freitag, an dem ein Rekordhoch erfasst wurde, trotz des starken Anstiegs der Ölpreise, der durch steigende Spannungen im Nahen Osten verursacht wurde, einbüsste. Der Index blieb jedoch über seiner 21-Tage-Gleittechnikkurve, einem wichtigen kurzfristigen Trendindikator.
Der MDax der Mittelkapitalgesellschaften fiel um 0,34 % auf 32.917 Punkte, während der Euro Stoxx 50 um fast 0,3 % verlor. Die amerikanischen Aktienindizes hatten schon vor dem Wochenende negativ tendiert, während die asiatischen Märkte am Montag grösstenteils nur moderat gestiegen waren.
Die neueste Eskalation folgte auf Berichte, wonach das US-Militär zwei Raketenstartgeräte auf dem irischen Larak-Insel angegriffen hatte, um die Verbreitung neuer Minen im Hormuskanal zu verhindern. Der Iran reagierte, indem er behauptete, zwei US-Militäreinrichtungen in Jordanien getroffen zu haben, während die Vereinigten Arabischen Emirate über einen Drohnenvorfall in ihren Gewässen meldeten. Der Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners stellte fest, dass die Ölpreise in Reaktion darauf stieg, die Aktien- und Obligationenmärkte jedoch relativ ruhig waren, was darauf hindeutet, dass die Anleger erwarten, dass die Situation beherrscht bleibt.
Analysten der Consorsbank betonten, dass die Anleger die Woche mit anhaltenden Bedenken bezüglich der Inflation, ungeklärten geopolitischen Risiken und den Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank in die Wege leiten. September ist historisch gesehen der schwächste Monat für den DAX, was die Frage aufwirft, ob der Index den saisonalen Trends trotzen kann.
Die deutschen Inflationsdaten verstärkten das Druckgefühl. Die Landesbank Helaba prognostizierte eine Verbraucherpreisinflation in Deutschland von 2,9% für August, die die Zieldarstellung der Europäischen Zentralbank von 2,0% übererreichte. Die Prognose wurde durch Vorläufigen Daten aus mehreren deutschen Bundesländern sowie inflationären Rückwärtsdaten aus Frankreich und Spanien unterstützt. Die Märkte hatten in grosse Teilen bereits ein wahrscheinliches Zinserhöhung durch die EZB kommende Woche eingepreist.
Risikosensitive Branchen konnten nicht nachlegen, mit Immobilienaktien wie Aroundtown, TAG Immobilien und Vonovia, die um bis zu 3,7 % nachgaben. Die US-Investmentbank Goldman Sachs senkte das Kursziel für Aroundtown. Im Technologiebereich sank SAP um 1,3 % und der Halbleiterzulieferer Aixtron um 1,6 %.
Zu den bemerkenswerten Unternehmen zählten die Raumtechnikfirma OHB, deren Aktien um 7,1 % stiegen, nachdem das Unternehmen einen grossen Vertrag gesichert hatte und damit die besten Kurszuwächse im SDax erzielte. Der Wert ist seit Jahresbeginn um 74 % gestiegen. Die Aktie von Sto kletterte um 5 %, nachdem das Unternehmen höhere Umsätze und operative Gewinne für das erste Halbjahr gemeldet hatte, und das trotz des Wettbewerbsdrucks und steigender Kosten. Das Unternehmen bekräftigte seinen Ausblick für 2026. Die Aktien von Bayer schlossen 0,5 % höher, nachdem das Unternehmen auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie Daten vorgestellt hatte, aus denen hervorging, dass das Medikament Kerendia Patienten mit hypertensive Nephropathie, einer Nierenerkrankung, die mit chronischem Bluthochdruck verbunden ist, zugute kommen könnte.












