Der FTSE 100 stieg am Freitag, nachdem schwächere US-Einzelhandelsdaten die Erwartungen an eine aggressive Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed gedämpft hatten.
Der britische Leitindex stieg bis zum Vormittag um 0,4 % und baute damit die Gewinne der Vorwoche aus, als Anleger die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen durch die US-Zentralbank neu bewerteten. Das US-Handelsministerium meldete einen Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 0,1 % im Mai – damit lag die Entwicklung unter der Prognose von +0,3 % und deutete auf eine nachlassende Konsumnachfrage hin.
Die Daten reduzierten die Markterwartungen für eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im Juni; nun wird mehrheitlich ein Anstieg um 50 Basispunkte eingepreist. Der US-Dollar gab gegenüber den wichtigsten Währungen nach, was exportlastigen Werten im FTSE 100 zugutekam.
Energiewerte und Finanzaktien trieben die Kursgewinne an: Shell PLC und HSBC Holdings PLC stiegen um 1,2 % bzw. 0,8 %. Konsumgüterwerte wie Unilever PLC büßten dagegen 0,3 % ein, obwohl der Gesamtindex zulegte.
Der Anstieg des FTSE 100 folgte auf ein Plus von 0,7 % am Vortag und spiegelte eine breitere Risikobereitschaft an den globalen Aktienmärkten wider, da die Wachstumsbefürchtungen nachließen. Investoren werden in der kommenden Woche die US-Inflationsdaten sowie die nächste Fed-Sitzung genau im Blick behalten, um weitere Orientierung zu erhalten.



