Die Investoren verfolgen die jährliche Symposion der Fed aus Kansas City in Jackson Hole in Wyoming sehr genau, auf der Fed-Vorsitzende Kevin Warsh am Freitag seine erste wichtige Rede halten soll. Die Veranstaltung, die sich in einer Höhe von mehr als 2.000 Metern befindet, hat in der Vergangenheit dazu gedient, dass die Führungskräfte der Fed wichtige Änderungen der Geldpolitik signalisierten.
Warsh hat angekündigt, dass seine Rede möglicherweise umfassende Wirtschaftsfragen behandeln wird, darunter die Auswirkungen künstlicher Intelligenz und rascher technologischer Veränderungen auf politische Rahmenbedingungen. Seine Erklärungen folgten Kritik an der Inflationskontrolle der Fed unter seinem Vorgänger Jerome Powell, bei der Warsh seine Priorität in der Preisstabilität sieht. Die Analysten erwarten, dass er den Dringlichkeit der Erreichung des 2-Prozent-Zielinflationswerts der Zentralbank besonders nach der Marktreaktion auf seine letzte Pressekonferenz zum Geldpolitik-Thema betonen wird.
Die Kulisse für Warshs Rede umfasst die steigenden US-Reinigungszinsen, die die Kreditkosten für die Bundesregierung erhöht haben. Der Anstieg der Zinsen – die derzeit auf Mehrjahreshöhen liegen – hat Bedenken über die Zahlungsfähigkeit der US-Streitschuld verursacht, die im März den Wert von 40 Billionen US-Dollar überschritt. Ein Bericht des DWS-Wirtschaftsexperten Christian Scherrmann projiziert, dass die Schulden bis 2029 den Wert von 50 Billionen US-Dollar erreichen könnten, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, und dass die Refinanzierungskosten steigend sein werden, wenn die kurzfristige Schulden fällig werden.
Das Finanzministerium reagierte mit der Ankündigung, das Volumen der Rückkäufe langlaufender Anleihen mindestens zu verdoppeln, um die Liquidität auf den Märkten zu unterstützen. Diese Massnahme folgt auf einen starken Anstieg der langfristigen Zinssätze, der die Fähigkeit der Fed, die Politik über den Referenzzinssatz zu steuern, erschwert hat, insbesondere angesichts der zunehmenden Kluft zwischen kurz- und langfristigen Kreditkosten.
Ökonomen und ehemalige Fed-Mitarbeiter vermuten, dass Warschs Rede sich auch auf die Wechselwirkung zwischen Finanz- und Geldpolitik beziehen könnte, da Regierungskosten immer wichtiger werden, wenn es um die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht. Krishna Guha, ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der New Yorker Fed, wies darauf hin, dass sowohl der finanzpolitische Aktivismus als auch die Politik der Zentralbank entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Märkte sein werden.












