Die Gouverneur der US-Notenbank, Christopher Waller, sagte am Donnerstag, dass er bei der September-Sitzung der Zentralbank die Erhöhung der Zinsen in Betracht ziehen würde, wenn die Inflationsdaten stärker als erwartet ausfallen, obgleich er die kürzlich stattgefundene Disinflation als "erfreulich" bezeichnete.
Waller's Kommentare, die er in einem Interview mit Reuters NEXT machte, schliessen sich an die Aussagen vorige Woche von Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium an, in denen kurzzeitig eine Erhöhung der Zinssätze auf September erwartet wurde. Händler hatten nach Warshs Rede eine Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von etwa 60-66 % eingepreist, doch diese Wahrscheinlichkeit hat sich seitdem auf fast einen 50:50-Anteil bei Futures und Swaps-Märkten für Fed-Gelder verschliffen.
Das aktuelle Zinnhöchstziel der Federal Reserve liegt bei 3,50% bis 3,75%, deutlich über dem Inflationsziel von 2%. Der 12-monatige Kern-Personalausgabenindex (PCE), der preferred Inflationsindikator der Fed, belief sich im Juli auf 3,3%. Die Ökonomen von Goldman Sachs erwarten, dass der Kern-CPI und der PCE im August mit etwa 0,2% steigen, was bedeutet, dass die jährliche Inflation weiter sinken, aber noch immer über dem Ziel der Fed liegt.
Waller bemerkte, dass die Geldpolitik derzeit nur "leicht restriktiv" sei und warnte, dass selbst eine moderate Inflationserhöhung dazu führen könnte, dass er eine strengere Geldpolitik unterstützen würde. Er betonte auch eine bevorstehende Anpassung der Methodik des Handelsministeriums zur Messung von Gebühren für Finanzdienstleistungen und bezeichnete dies als eine "willkommene Messungskorrektur", die die 12-monatige PCE-Inflation um "einige Zehntel eines Promillepunkts" verringern könnte.
Die nächste Treffen der US-Notenbank ist für den 15. und 16. September geplant, wobei wichtige Daten vor der Entscheidung veröffentlicht werden, darunter die August-Non-Farm-Beschäftigungszahlen am 4. September und der August-Verbraucherpreisindex am 11. September. HSBC hat kürzlich seine Prognosen für die Zinssätze der US-Staatsanleihen für das Jahresende erhöht und seine Prognose für das 2-Jahres-Darlehen auf 4,20% angehoben, von 3,85%. Die 10-Jahres-Prognose liegt nun bei 4,65% gegenüber 4,30%. Goldman Sachs hat sein Ziel für den S&P 500 für das Jahresende unverändert bei 8.000 Punkten belassen.












