Der Präsident der US-Notenbank von Chicago, Austan Goolsbee, bezeichnete die jüngsten US-Inflationsdaten am Dienstag als «besser» und deutete damit eine etwas gemässigtere Einschätzung nach den jüngsten Wirtschaftsdaten an.
In einer Rede vor dem Detroit Economic Club räumte Goolsbee ein, dass der Inflationsdruck im Vergleich zu den Vormonaten nachgelassen habe, ohne jedoch von einem Sieg zu sprechen. Der Notenbanker betonte, die Fed bleibe datenabhängig und werde weitere Indikatoren prüfen, bevor sie über die nächsten geldpolitischen Schritte entscheide.
Goolsbees Äusserungen folgen auf eine Reihe von Inflationszahlen, die schwächer ausgefallen waren als erwartet. Dies hat Spekulationen genährt, die Fed könnte ihren straffen Kurs bald pausieren oder verlangsamen. Die jüngsten Daten des Verbraucherpreisindex (CPI) zeigten im Oktober einen Anstieg von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr – nach 3,7 % im September. Damit markiert dies den dritten Monat in Folge eine Abschwächung.
Während Goolsbees Kommentare einen vorsichtig optimistischen Ton anschlagen, warnte er davor, aus einem einzelnen Monatswert zu viel abzuleiten. Das geldpolitische Entscheidungsgremium der Fed, das Federal Open Market Committee (FOMC), hat wiederholt betont, dass nachhaltige Fortschritte Richtung des 2 %-Inflationsziels nötig seien, bevor über Zinsanpassungen nachgedacht werden könne.
Die Finanzmärkte beobachten die jüngsten Inflationstrends genau. Gemäss Terminmarktpreisen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed an ihrer Sitzung im Dezember eine Pause einlegt. Allerdings haben mehrere Notenbanker eine eher restriktive Haltung bekräftigt und betont, die Zinsen müssten länger hoch bleiben, um sicherzustellen, dass die Inflation weiter sinkt.
Goolsbee, der derzeit kein Stimmrecht im FOMC hat, gilt als einer der eher dovishen Mitglieder des Gremiums. Seine Äusserungen fügen sich in ein gemischtes Bild der Fed-Stimmen ein: Einige Funktionäre plädieren für weitere Zinserhöhungen, andere für einen vorsichtigeren Kurs.
Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist für den 12. und 13. Dezember angesetzt. Dann werden auch aktualisierte Wirtschaftsprognosen veröffentlicht und die Inflations- und Arbeitsmarktentwicklung neu bewertet.



