Gaspreise in Europa steigen – EU-Speicher auf Rekordtief für August
Benchmark-Futures für europäisches Gas legen weiter zu – historisch niedrige Speicherstände verstärken Sorgen um die Winterversorgung.

Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Dienstag weiter an, nachdem die Bestände in der Europäischen Union für einen August einen Rekordtiefstand erreichten. Dies unterstreicht die angespannte Versorgungslage vor dem Höhepunkt der Winternachfrage.
Der Benchmark Dutch TTF-Gas-Future legte um über 2 % zu und notierte bei rund 35 Euro pro Megawattstunde. Dies spiegelt die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Speicherstände und potenzieller Versorgungsrisiken wider. Daten des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe zeigten, dass die EU-Gasspeicher am Montag zu 59,8 % gefüllt waren – der niedrigste Stand für einen August seit Beginn der Aufzeichnungen.
Der Rückgang der Speicherstände folgt auf reduzierte Lieferungen aus Norwegen und verringerte Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG), die nicht ausreichten, um den Rückgang der inländischen Produktion und die hohe Nachfrage der Stromerzeuger auszugleichen. Analysten wiesen darauf hin, dass das Speicherdefizit nun 15 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt und damit das Risiko einer knapperen Versorgung in der kommenden Heizsaison erhöht.
„Die niedrigen Speicherstände sind eine deutliche Erinnerung an die strukturellen Veränderungen im europäischen Gasmarkt seit der Energiekrise 2022“, sagte ein Analyst von Energy Aspects. „Bei begrenzter Reservekapazität und anhaltenden geopolitischen Risiken bleibt der Markt anfällig für weitere Volatilität.“
Die Europäische Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Befüllung der Speicher vor dem Winter zu priorisieren, doch die Fortschritte sind ungleichmäßig. Einige Länder, darunter Deutschland, haben die Speicherinjektionen beschleunigt, während andere aufgrund von Infrastrukturengpässen oder politischen Verzögerungen hinterherhinken.
Die angespannte Versorgungslage hat zudem den Wechsel von Kohle zu Gas in der Stromerzeugung unterstützt und damit die Gasbilanz weiter belastet. Versorger in Europa setzen zunehmend auf alternative Brennstoffe, doch dieser Shift hat wenig dazu beigetragen, die Sorgen vor möglichen Engpässen oder Preisspitzen in den kommenden Monaten zu mildern.
Die europäischen Gaspreise sind seit Mitte Juli um über 30 % gestiegen, getrieben von einer Kombination aus Versorgungsengpässen und einer erhöhten Nachfrage nach Klimatisierung während einer jüngsten Hitzewelle. Der europäische Benchmark notiert nun auf Niveaus, die zuletzt während der Energiekrise 2022 zu beobachten waren, als die Preise auf über 300 Euro pro MWh kletterten.
Marktteilnehmer werden in den kommenden Wochen die Speicherdaten und Wetterprognosen genau beobachten, da beide Faktoren eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Gaspreise im Herbst und Winter spielen werden.


David reports on energy, metals and agricultural markets, tracking how supply signals and safe-haven demand move prices across the commodities complex.
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