Der Euro fiel auf Tagestiefs unter 1,16 gegen den Dollar, da die Einheitswährung durch einen stärkeren USD, schwächere als erwartet deutsche Einzelhandelsumsätze und steigende Ölpreise vor den Inflationsdaten der Eurozone unter Druck stand.
Die deutschen Einzelhandelsumsätze gingen im Juli um 3,4% zurück, was der stärkste Rückgang seit mehr als vier Jahren ist und deutlich unter dem prognostizierten Anstieg von 0,4% liegt. Dieser Rückgang unterstreicht die schwächende Nachfrage der Verbraucher in Europas grösster Wirtschaft und erschwert die Entscheidungsfindung der Europäischen Zentralbank, da die Inflation im August auf 3,3% von 2,9% ab Februar erwartet wird.
Eine höhere als erwartet gemessene Inflationsrate könnte die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die EZB in diesem Monat verstärken, obwohl steigende Ölpreise – mit Brent-Rohölen, die sich wieder auf über 90 Dollar pro Barrel befinden, was einem Anstieg von über 6% gegenüber den Wochenniederschlägen entspricht – die Wachstumsbedenkungen weiter verstärken könnten. Das Euro muss aktuell zwischen widersprüchlichen Faktoren hin und her wogend: von einer Inflation unterstützt, die eine gelockerte Politik befürwortet, und von einem schwächeren Wachstum, das die Stimmung belastet.
Der Dollar hat sich im Laufedessen aufgrund höherer US-Bundeszinsen und einer aggressiveren Haltung der Fed-Vertreter verstärkt. Die Märkte rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 65 Prozent für eine Zinserhöhung im September, ein Anstieg gegenüber dem vorigen Woche. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben den Dollar durch Nachfrage nach Aktien als sicherer Hafen gestützt, während sich die höheren Ölpreise zu den Inflationsrisiken in den USA hinzufügen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den am Freitag erscheinenden US-Arbeitsmarktdaten für nicht landwirtschaftliche Bereiche. Nach dem unerwarteten Arbeitsplatzabbau von 23.000 Stellen im Juli könnte ein Auffrischungseffekt die Erwartungen für eine Zinserhöhung im September bestätigen und den Dollarkurs noch einmal stärken.
Die technische Analyse lässt vermuten, dass die EUR/USD-Kursmethode unterhalb des Widerstandsbereichs von 1,17 bleiben wird, nachdem sie sich von ihrem 1,1350-Tief erholt hat. Während das Paar über den 50-Tages- sowie den 200-Tages-Durchschnitt verläuft, deuten jüngste niedrigere Hochs darauf hin, dass der Aufwärtsdruck verringert ist. Ein nachhaltiger Sprung über 1,1650 und dann 1,17 signalisieren ein höheres Hoch und könnten den Weg zu 1,18 und 1,1850 ebnen. Nach unten aus betrachtet würde ein Bruch unterhalb der 200-Tages-Gleitenden Durchschnittskurve bei 1,1565 und der 50-Tages-Gleitenden Durchschnittskurve bei 1,1550 die Struktur schwächen und 1,15 und 1,1350 in Aussicht stellen.
Insgesamt im Pazifik nähert sich USD/JPY dem kritischen 160-Niveau, da der Yen trotz der Anstieg der japanischen 10-Jahres-Rentenwerte auf 3% (das höchste Niveau seit 1996) schwächer wird. Normalerweise würden höhere japanische Rentenwerte den Yen unterstützen, doch die allgemeine Stärke des Dollars überwiegt derzeit diesen Effekt.
Der US-Finanzminister Scott Bessent hat sich öffentlich für einen stärkeren Yen eingesetzt, und Japan und die Vereinigten Staaten haben die Koordinierung der geschäftigen Wechselkursentwicklung erneut bekräftigt. Dies hat die Spekulationen über eine mögliche Intervention beträchtlich erhöht, falls USD/JPY deutlich über 160 steigen sollte. Der Kurs der Bank of Japan bleibt eine wichtige Unsicherheit, und die Märkte rechnen zunehmend mit einer Zinserhöhung im September angesichts des wachsenden Drucks auf Gouverneur Ueda, die Geldpolitik weiter zu verschärken.
Zurzeit nützt der Zinssatzunterschied den USD/JPY weiterhin, da höhere US-Zinse, stabilere Ölpreise und die Hawkish-Position der Fed alle den Yen unter Druck setzen. Die Lohndaten vom Freitag könnten entscheidend sein: Ein robustes Bericht würde die Erwartungen für höhere US-Zinsen verstärken, während eine schwächer als erwartet veröffentlichte Zahl den Druck auf den Yen entspannen könnte.













