Die europäische Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähiger, als man allgemein vermutet hat, und die Wachstumszahlen schnellen im zweiten Quartal an, trotz geopolitischer Hürden, sagte der Mitglied der EZB-Rat Martin Kocher am Freitag.
Im Gespräch mit Bloomberg Television beim jährlichen Wirtschaftssymposium der Federal Reserve in Jackson Hole, Wyoming, wies Kocher, der auch die Zentralbank Österreichs leitet, darauf hin, dass die Eurozone in den drei Monaten bis Juni um 0,4 % gewachsen sei und damit den Gefahren durch den Konflikt im Nahen Osten standgehalten habe. "Die europäische Wirtschaft ist widerstandsfähiger, als viele denken, und jetzt zeigt sie einige Anzeichen von Dynamik und steigendem Schwung", sagte er.
Die Inflationsdynamik bleibt für die politischen Entscheidungsträger das Hauptaugenmerk. Analysten schätzen, dass die Inflation im Währungsbereich im August auf 3,3% gestiegen ist und damit weiterhin deutlich über dem Ziel von 2% der EZB liegt. Kocher betonte die Notwendigkeit einer weiterhin engen Beobachtung und fügte hinzu, dass es bei den Inflationsrisiken, einschliesslich potenzeller zweiten Welleeffekte durch steigende Löhne, „kein Raum für Selbstzufriedenheit” gebe.
Die Marktvoraussichten lassen eine weitere Straffung der Politik im September erwarten. Die Investoren rechnen mit einer Erhöhung des Depositng-Fasilanstellenzinssatzes der EZB um 25 Basispunkte, wodurch dieser auf 2,5% ansteigt. Das wäre der obere Rand eines Bereichs, der für die Wirtschaftstätigkeit als neutral angesehen wird. Die EZB erhöhte die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte nach Verträgen, die darauf abzielten, den Preisdruck einzudämmen.
Die Energiekosten haben aufgrund des Konflikts im Nahen Osten Druck ausgeübt, der zur Inflationsdynamik beitrug. Die Regierungen verfolgen die Lage eng und prüfen, ob sich anhaltende inflationäre Kräfte zeigen, die den Weg der EZB hin zu Preisstabilität erschweren könnten.












