Der brasilianische Mischkonzern Cosan S.A. hat im zweiten Quartal 2026 die Markterwartungen verfehlt, obwohl das Unternehmen seine Nettoverschuldung reduzieren konnte. In einer Meldung vom Freitag gab Cosan ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,2 Mrd. Reais (290 Mio. USD) bekannt – damit lag es unter der von Refinitiv ermittelten Median-Schätzung von 1,4 Mrd. Reais. Der Umsatz belief sich auf 15,7 Mrd. Reais, was einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Grund dafür waren schwächere Inlandsnachfrage und damit verbundene Belastungen in den Energie- und Logistiksparten.
Das Unternehmen verwies auf höhere Finanzierungskosten und einen stärkeren brasilianischen Real, die die Margen insbesondere in den Bereichen Kraftstoffvertrieb und Schmierstoffe belasteten. Trotz der enttäuschenden Ergebnisse konnte Cosan seine Nettoverschuldung zum 30. Juni um 12 % auf 28,5 Mrd. Reais reduzieren – im Vorjahreszeitraum lag sie noch bei 32,4 Mrd. Reais. Die Geschäftsführung führte den Rückgang auf Verkäufe von Vermögenswerten und kontrollierte Investitionen zurück.
Die Logistiksparte des Unternehmens, die Schienen- und Hafeninfrastruktur betreibt, steigerte ihr bereinigtes EBITDA um 5 % auf 1,8 Mrd. Reais und milderte damit teilweise die Belastungen in den Energiesparten ab. Cosan bestätigte seine Jahresprognose 2026 für das bereinigte EBITDA zwischen 8,5 Mrd. und 9,0 Mrd. Reais und signalisierte damit trotz des schwächeren Quartals Vertrauen in die operative Stabilität.
Analysten von XP Investimentos stuften die Cosan-Aktie von «Kauf» auf «Halten» herab und verwiesen dabei auf das enttäuschende Quartalsergebnis sowie makroökonomische Gegenwinde. Die Aktie gab im Vorhandel 2,3 % nach. Die Ergebnisse von Cosan unterstreichen die Herausforderungen, denen sich der brasilianische Energiesektor angesichts volatiler Rohstoffpreise und steigender Kreditkosten gegenübersieht.



