Citigroup geht davon aus, dass die Bank of Korea aufgrund anhaltender Inflationsrisiken die Leitzinsen anheben wird. Die Prognose der US-Bank unterstreicht die Besorgnis über die weiterhin über dem Zielkorridor liegenden Verbraucherpreise in den letzten Monaten.
Die Bank of Korea hält ihren Leitzins seit Januar 2024 bei 3,50 % – nach einer Serie von insgesamt 300 Basispunkten seit Mitte 2022. Doch die Analyse von Citi deutet darauf hin, dass die Inflationsrisiken, getrieben von Nahrungsmittel- und Energiepreisen, die Währungshüter zu einer Fortsetzung der Straffungspolitik veranlassen könnten. Die Verbraucherpreise in Südkorea stiegen im Juli um 2,9 % im Jahresvergleich und lagen damit über dem mittelfristigen Ziel der Zentralbank von 2,0 %.
Die Citi-Analysten betonen, dass trotz einer verlangsamten Wirtschaftsdynamik die Inflation für das geldpolitische Entscheidungsgremium der Bank of Korea weiterhin Priorität hat. Die nächste Sitzung des Zentralbankrats ist für den 22. August anberaumt, an dem eine Entscheidung über die Leitzinsen fällt. Laut Daten zu Zinsfutures wird eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg um 25 Basispunkte eingepreist.
Eine mögliche Zinserhöhung fügt sich in den globalen Trend ein: Zentralbanken in Industrieländern setzen weiterhin auf Inflationsbekämpfung statt auf Wachstumsförderung. Südkoreas exportabhängige Wirtschaft, die zwar robust erscheint, sieht sich jedoch durch schwache globale Nachfrage und hohe Kreditkosten belastet.



