Die jährliche Inflationsrate in Kanada ist im Juni auf 3,0 % gestiegen, nachdem sie im Mai noch bei 2,9 % gelegen hatte. Wie Statistics Canada am Dienstag mitteilte, trieben vor allem höhere Spritpreise den Anstieg an.
Der Wert lag damit über den Markterwartungen von 2,9 % und markiert erstmals seit Juni 2023 wieder eine Teuerungsrate oberhalb des 2 %-Ziels der Bank of Canada. Gegenüber Mai stiegen die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 0,1 %, was dem Anstieg des Vormonats entsprach.
Die Spritpreise legten im Jahresvergleich um 12,4 % zu und trugen damit massgeblich zum Anstieg der Gesamtinflation bei. Ohne Berücksichtigung von Sprit belief sich die jährliche Teuerungsrate auf 2,6 % (Mai: 2,5 %). Auch die Kerninflationsindikatoren der Bank of Canada, die schwankungsanfällige Komponenten ausblenden, zeigten nach oben: Der CPI-trim stieg auf 3,2 % (Mai: 3,1 %), der CPI-median auf 2,9 % (Mai: 2,8 %).
Die Daten erschweren die geldpolitische Lagebeurteilung der Zentralbank, die zwischen Inflationsbekämpfung und Wirtschaftswachstum abwägen muss. Die Bank of Canada hält ihren Leitzins seit Juli 2023 unverändert bei 5 % und begründet dies mit anhaltenden Preisauftriebstendenzen. Ökonomen wiesen darauf hin, dass zwar vor allem Energiepreise den Anstieg trieben, die Inflation aber insgesamt weiterhin hoch bleibt.
Der kanadische Dollar reagierte auf die Veröffentlichung kaum – er notierte nur leicht höher gegenüber dem US-Dollar. Investoren werden die nächste Zinsentscheidung der Bank of Canada am 24. Juli genau beobachten, um Hinweise auf mögliche Anpassungen zu erhalten.



