Der neueste Inflationsbericht Australiens und die Daten zu den Ausgaben der Haushalte haben die Marktvoraussagen für weitere Massnahmen zur Straffung der australischen Zentralbank verstärkt und haben den australischen Dollar gegenüber seinen grossen Kontrahenten angehoben.
Das australische Statistikamt meldete, dass die jährliche Inflation im Juli um 1,0 % im Vergleich zum Vormonat gestiegen ist und sich damit bei 3,5 % befindet, was über der Prognose von 3,3 % liegt. Die bevorzugte unterliegende Massnahme der RBA, die trimmede mittlere Inflation, stieg im Monat um 0,5 % und blieb mit einer Jahresrate von 3,6 % unverändert – mehr als ein Prozentpunkt höher als das Ziel von 2,5 % der Zentralbank. Die Händler reagierten mit einem drastischen Anstieg der Wetten auf eine Zinssenkung durch die RBA, wobei ein ZinserhöhungsbesSpiel von November als fast sicher gilt und eine Zinssenkung im September einer Wahrscheinlichkeitsquote von 50:50 nähert.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zum privaten Konsum unterstreichen die inflatonellen Einwirkungen. Der nominale Konsum stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1% und lag damit höher als das für 0,4% prognostizierte Ergebniss. Die jährliche Konsumwachstumsrate ging auf 7,0% zurück, das höchste Niveau seit Juni 2023. Die Wachstumsrate beim diskretionären Konsum überschritt mit einem Tempo von über 10% monatlich über die vergangenen sechs Monate die Jahreshöchstwerte, welche zuletzt während der Wiedereröffnung 2022 im Zusammenhang mit der COVID-Pandemie erreicht worden waren.
Die Neupreiskalkulation am Anfang der australischen Ratenkurve hat dem australischen Dollar Rückenwind gegeben, insbesondere gegenüber europäischen und britischen Währungen, wo sich die Bewegungen deutlich stärker auf Zinsspreads als auf breiteres Risikosentiment beziehen.
Technische Indikatoren haben den bearischen Schwung in wichtigen Kreuzärkten verstärkt. EUR/AUD brach unter den Unterstützungsbereich bei 1,6260, prüfte dieses Niveau erneut und verlagerte anschliessend seine Verluste im frühen asiatischen Handel. Das Paar prüft jetzt den Bereich bei 1,6200, ein Bereich, das zuvor im Mai und Juni als Unterstützung fungierte. Ein nachhaltiger Bruch unter 1,6200 würde das Doppel-Top aus dem früheren Jahreszeitumfang bei 1,6130 freimachen. Die Analyse deutet darauf hin, dass eine erneute Prüfung und Ablehnung von 1,6260 bevor ein Markteinstieg in kurze Positionen erfolgen kann. Hierfür sollte ein Stop-Abschlag oberhalb des Niveaus und ein erster ersteinmaliger Ziel bei 1,6200 erfolgen.
GBP/AUD folgte einem ähnlichen Muster. Nach dem Sprung über den 100-Tage gleitenden Durchschnitt und das Support bei 1,9004 erstreckte sich das Paar auf 1,8950. Aktuell richtet sich das Paar auf das Mittelfeld vom Schwingungs-Tief vom Juni bei 1,8808 mit 1,8696 als Sekundärziel. Kurz-Stellungen werden durch Indikatoren unterstützt, die niedrigere Hochs zeigen und von einem negativen MACD-Kreuz überzeugt sind, doch eine Wende über 1,8950 würde die bärische Aussicht ungültig machen.
Im Gegensatz dazu brach das AUD/NZD-Paar über die obere Grenze eines fallenden Keil-Musters, das seit Mitte Juni bestand. Das Paar wird nun über der 50-Tage- einfachen gleitenden Durchschnitt gehandelt, wobei Longs im Bereich oberhalb der gleitenden Durchschnitt oder der oberen Grenze des Keils aufgestellt werden. Erste Ziele umfassen 1.2100, gefolgt vom 100-Tage-Gleitenden Durchschnitt und einer Widerstandsmarke bei 1.2115. Ein anhaltender Break darüber könnte eine Nachfrage nach den Tageshoch nahe 1.2280 signalisieren.













