Regionale Währungen legten am Dienstag zu, nachdem der US-Dollar nach schwächeren als erwarteten Produzentenpreisdaten nachgegeben hatte. Die Inflationsdaten dämpften die Erwartungen an eine aggressive Straffungspolitik der US-Notenbank.
Das US-Arbeitsministerium meldete, dass der Erzeugerpreisindex (PPI) im August gegenüber dem Vormonat um 0,1 % gestiegen ist – und damit unter der von Ökonomen prognostizierten Rate von 0,3 %. Auch der Kern-PPI, der Nahrungsmittel und Energie ausschliesst, lag mit einem Anstieg von 0,2 % unter der erwarteten Marke von 0,3 %. Die Daten bestätigen den Trend einer nachlassenden Inflationsdynamik in den USA, nachdem bereits der Verbraucherpreisindex (CPI) in der Vorwoche moderat ausgefallen war.
Der Dollar-Index, der die US-Währung gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, gab um 0,2 % auf 104,30 nach und verlängerte damit seine Verluste aus der Vorwoche. Der Euro stieg um 0,2 % auf 1,0730 USD, während das britische Pfund um 0,3 % auf 1,2550 USD zulegte. Der japanische Yen verharrte bei 147,20 Yen pro Dollar und konsolidierte sich nach jüngster Volatilität.
In Asien gewann der südkoreanische Won um 0,4 % auf 1.325,50 pro Dollar an Wert, während der chinesische Yuan um 0,2 % auf 7,30 pro Dollar zulegte. Auch der philippinische Peso und die indonesische Rupiah legten leicht zu – ein Zeichen für nachlassende Nachfrage nach sicheren Anlagewährungen im Zuge der schwächeren US-Daten.
Marktteilnehmer rechnen nun damit, dass die US-Notenbank an ihrer September-Sitzung an ihrem aktuellen Kurs festhält. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte gilt weiterhin als wahrscheinlichster Schritt, während ein stärkerer Anstieg zunehmend unwahrscheinlich erscheint. Laut dem FedWatch-Tool von CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine 50-Basispunkte-Erhöhung im November bei 24 % – gegenüber 32 % vor einer Woche.
Die veränderten Zinserwartungen wirken sich positiv auf risikobehaftete Anlageklassen aus, darunter Schwellenmarktwährungen, da die globalen Investoren weiterhin die Finanzierungskosten im Blick behalten. Analysten von Goldman Sachs betonen, dass die schwächeren PPI-Daten zu einem breiteren Trend der Disinflation passen, warnen jedoch davor, dass der weitere Kurs der Fed weiterhin von den Konjunkturdaten abhängt.
Der australische Dollar, der oft sensibel auf globale Risikosentimente reagiert, stieg um 0,3 % auf 0,6450 USD, während der Neuseeland-Dollar um 0,4 % auf 0,5920 USD zulegte. Der Rückgang des US-Dollars stützte zudem rohstoffgebundene Währungen: Sowohl die norwegische Krone als auch der kanadische Dollar notierten höher gegenüber dem Greenback.
Für die kommenden Tage stehen die US-Einzelhandelsumsätze sowie Reden von Vertretern der US-Notenbank im Fokus, die weitere Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank liefern könnten.



