US-Aktienmärkte öffneten am Mittwoch mit einem deutlichen Rückgang, getrieben von steigenden Ölpreisen und Zinssorgen, die Inflationserwartungen schüren. Der Dow Jones Industrial sank um 0,8 % auf 52.392,78 Punkte, während der S&P 500 um 0,4 % auf 7.643,14 Punkte verlor. Der Tech-Index Nasdaq verlor rund 0,5 % auf 26.275 Punkte. Ölpreise übertrumpften erstmals seit Mitte Juli die psychologische Marke von 100 USD pro Barrel für Brent-Rohöl, was die Märkte zusätzlich belastete. Spannungen im Nahen Osten, insbesondere am persischen Golf, verstärkten die Befürchtungen vor weiter steigenden Energiepreisen. "Die Ölpreise dominieren die Marktstimmung und belasten die Aktienkurse", erklärte ein Ökonom von Spartan Capital Securities. "Dies schafft einen höheren Inflationsdruck, der die Zinserwartungen weiter nach oben treibt."
Die US-Notenbank (Fed) steht vor der Herausforderung, ihre Zinspolitik an die gestiegenen Inflationsdaten anzupassen, die am Freitag veröffentlicht werden sollen. Analysten betonen, dass die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag unter diesen Umständen besonders relevant werden. "Ölpreise von über 100 USD pro Barrel rücken die Inflationssorgen erneut in den Vordergrund", sagte Joachim Klement von Panmure Liberum. "Ohne klare Voraussagen der Fed wird die EZB ihre Maßnahmen präziser ausrichten müssen."
Die Ölkonzerne profitierten von den steigenden Preisen: Exxon Mobil und Chevron notierten vor dem Börsenstart um jeweils bis zu 1,0 % im Plus. Gleichzeitig enttäuschten die Quartalszahlen von Einzelhandelskette Casey’s, deren Aktien um 12 % fielen. Trotz bestätigter Prognosen für das Geschäftsjahr 2026/27 blieben die Erwartungen für das zweite Quartal 2026/27 hinter den Vorhersagen zurück.
Einige Technologieaktien zeigten Widerstand: Rocket Lab stieg um 2,1 % nach der Vorstellung einer neuen Solarzelle für den Weltraum, während ServiceTitan um fast 20 % verlor, obwohl es im zweiten Quartal übertraf. Die Umsatzprognose für das dritte Quartal enttäuschte jedoch, mit einem leicht unter den Erwartungen liegenden Wert von 285 bis 287 Millionen USD.
Meta führte einen neuen KI-Assistenten namens Muse ein, der Nutzer bei Aufgaben wie E-Mail-Verwaltung oder Reisebuchung unterstützt. Die Aktien stiegen zeitweise um rund 5 %, da der Agent auf isolierten Computern läuft und Nutzerdaten separat gespeichert werden. Zudem eröffnete Meta sein Bug-Bounty-Programm für die Öffentlichkeit.
Im Finanzsektor stieg Chime Financial um 11 % nach der geplanten Übernahme der Stride Bank für 590 Millionen USD. Die Synergien wurden mit über 100 Millionen USD pro Jahr geschätzt, was die Gewinnprognose sofort erhöhen soll. Die Übernahme ist für die erste Hälfte 2027 geplant.
Der Schweizer SMI sank erstmals seit Mitte Juni unter die 14.000-Punkte-Marke und verlor 1 % auf 13.919 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM verlor 0,7 %, während der breite SPI um 0,9 % fiel. Auch europäische Märkte öffneten mit Minusnotierungen. Während Logitech (+1,3 %) und Partners Group (+0,6 %) leicht stiegen, fielen Luxusgüterkonzern Richemont (-3,1 %) und Swatch (-1,6 %) stärker. Kritische Analystenkommentare zu Novartis’ Pelacarsen-Studien belasteten ebenfalls die Aktien.
Die Märkte zeigen ein "Higher-for-Longer-Szenario" bei Zinsen und Inflation, was die Bedeutung der US-Inflationsdaten am Freitag unterstreicht.













