Gregor Greber, Vertreter der Anleihensgläubiger des GZO Spital Wetzikon, hat in einem Update an die Gläubiger drei Sanierungsvarianten bewertet und eine mögliche vierte Option skizziert. Der Nominalwert der notleidenden Anleihe beträgt 170 Millionen Franken, in die Greber selbst investiert bleibt.
Der Widerstand der Gläubiger gegen eine niedrige Nachlassdividende habe Wirkung gezeigt, so Greber. Ursprünglich sollte die Quote bei unter 45% liegen, doch der aktuelle Sanierungsplan des Spitals sieht nun eine Rückzahlung von 45% bis 50% vor. «Das ist deutlich besser als das ursprüngliche Angebot, aber für mich weiterhin nicht ausreichend», kommentiert Greber. Er lehnt Pläne mit einer Ausschüttung unter 60% grundsätzlich ab.
Eine zweite Variante sieht eine Lösung mit der Swiss Medical Network Group (SMN) und Kawa vor, kombiniert mit einem Aktivenverkauf. Hier beziffert Greber die mögliche Nachlassdividende mit «nahezu 60%». Allerdings blockiert die Zürcher Gesundheitsdirektion unter Regierungsrätin Natalie Rickli die Übertragung der Leistungsaufträge, was Greber als «politisch motiviert» kritisiert.
Die dritte Option, eine Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Partner Thurmed, könnte operative Synergien bieten, bleibt aber für Greber in zentralen Punkten unklar. Ungeklärt sind etwa das eingebrachte Eigenkapital, finanzielle Verpflichtungen für die Aktionärsgemeinden und die künftige Eigentümerstruktur. «Die operativen Vorteile sind attraktiv, doch ohne klare Antworten auf diese Fragen kann ich die Variante nicht unterstützen», so Greber.
Eine vierte, noch vage Lösung könnte aus einer Immobilientransaktion mit Infracore und Aevis Victoria resultieren. Antoine Hubert, Verwaltungsratspräsident von Aevis Victoria, könnte die Spitalimmobilien zu einem attraktiven Preis übernehmen. Greber schätzt, dass eine solche Transaktion einen hohen Cash-Anteil ermöglichen und die Ausgangslage fundamental verändern würde. «Dann könnte Kawa aussteigen, während eine operative Lösung zwischen Thurgau und GZO separat weitergeführt würde», erklärt er. Für Greber wäre diese Variante nur dann akzeptabel, wenn sie eine Ausschüttung «deutlich über 60%» ermöglicht.
Greber kritisiert zudem, in den vergangenen Wochen zunehmend von Entscheidungsprozessen und Informationen ausgeschlossen worden zu sein. «Nach fast zwei Jahren gemeinsamer Arbeit ist diese Entwicklung besonders enttäuschend», so Greber. Er fordert Transparenz und die Einbindung als gewählter Vertreter der Gläubiger, unabhängig von rechtlichen oder Interessenkonflikt-Behauptungen.
Der Kurs der GZO-Obligationen an der SIX Swiss Exchange lag im März teilweise unter 30% und stieg im April auf rund 40%. Seit Mitte Juli, nach Bekanntwerden des Thurmed-Angebots, notieren die Titel bei etwa 45%.
Grebers Aussagen spiegeln seine persönliche Einschätzung als investierter Gläubiger und gewählter Vertreter wider.












