Die US-Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch unter Druck, getrieben von steigenden Ölpreisen und Unsicherheiten rund um die Inflation sowie Zinspolitik. Der Dow Jones Industrial Average verlor etwa 0,6 % und erreichte mit 52.489 Punkten sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli. Der breitere S&P 500 sank um 0,3 % auf 7.654 Punkte, während der techniklastige Nasdaq 100 nur minimal im Minus lag, bei 29.501 Punkten. Im Gegensatz dazu erlebte der Nasdaq jedoch eine deutliche Erholung durch die Ankündigung von Meta, einen neuen KI-Agenten namens «Muse» einzuführen, was auch andere KI- und Halbleiteraktien wie Alphabet (Google) mit einem Rückgang von über 2 % belastete.
Meta gilt als gut positioniert, um mit «Muse» langfristige Verbraucherakzeptanz zu erreichen. Analysten von Mizuho Securities betonen, dass der KI-Agent einen neuen Produktzyklus einleitet, der noch nicht vollständig in den Aktienkursen eingepreist ist. Investoren erwarten nun eine Rendite für Metas Investitionen in KI, was den Kurs als entscheidenden Schritt in dieser Richtung wahrnimmt.
Unterstützt wurde der Nasdaq zudem durch die Performance von Tech-Aktien aus dem Chip- und Speichersektor, die von der KI-Trend profitierten. Gleichzeitig belasteten jedoch Ölpreise die breiteren US-Aktienmärkte. Die Referenzsorte Brent Rohöl stieg erstmals seit Juli über 100 US-Dollar pro Fass (für November-Lieferung), getrieben durch neue Spannungen im Persischen Golf. US-Militärschläge gegen iranische Rohöltanker – als Vergeltung für Teherans Angriffe – verschärften die Unsicherheit.
Neben den großen Indizes zeigten auch kleinere US-Aktien Schwächen. Der Einzelhändler Casey’s verlor rund 17 %, nachdem Quartalszahlen unter Erwartungen blieben. Noch stärker traf es ServiceTitan, dessen Aktie um über 30 % fiel, nachdem das Unternehmen eine Umsatzprognose für das laufende Quartal abgab, die die Märkte enttäuschte. Analysten vermuten, dass die Skalierung des KI-Agenten von ServiceTitan verzögert wird.
Die kommenden Entscheidungen der EZB am Donnerstag und die erwarteten US-Inflationsdaten am Freitag könnten die Märkte weiter prägen. Der Markt erwartet eine Zinserhöhung der EZB, während die Fed-Erwartungen für September bei etwa 60 % liegen. Beide Entwicklungen könnten die bereits angespannte Stimmung weiter beeinflussen, besonders im Kontext steigender Ölpreise und geopolitischer Risiken.
Chevron und ExxonMobil unterlagen ebenfalls unter dem Ölpreis-Druck, da die Preisentwicklung die Inflationsängste verstärkt.













