Wienerberger meldet starke Q2-Umsätze, aber geringeren H1-Gewinn
Österreichischer Ziegel- und Baustoffkonzern verzeichnet im zweiten Quartal 8% Umsatzwachstum, warnt jedoch vor Margendruck durch steigende Kosten.

Der österreichische Baustoffkonzern Wienerberger AG präsentierte am Dienstag ein gemischtes Halbjahresergebnis: Während das zweite Quartal mit starken Umsätzen überzeugte, fiel die Gesamtprofitabilität niedriger aus als im Vorjahr.
Das Unternehmen, einer der führenden Anbieter von Ziegeln, Dachziegeln und Rohrsystemen, gab bekannt, dass der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen ist. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch die robuste Nachfrage in Mittel- und Osteuropa sowie in Nordamerika. Der Konzerngewinn nach Steuern belief sich im ersten Halbjahr 2026 jedoch auf 152 Millionen Euro – ein Rückgang um 5% gegenüber den 160 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch führte den Gewinnrückgang auf höhere Rohstoff- und Energiekosten zurück, die trotz des Umsatzanstiegs die Margen belasteten. „Die Inputkosten bleiben auf hohem Niveau, insbesondere bei Ton, Zuschlagstoffen und Logistik“, erklärte Scheuch in einer Stellungnahme. „Wir setzen gezielte Preisanpassungen ein, um die Auswirkungen abzufedern, doch der Margendruck hält an.“
Der operative Cashflow sank um 7% auf 210 Millionen Euro, während das Unternehmen seine Jahresprognose unverändert beibehielt: Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Wienerberger ein Umsatzwachstum von 6% bis 8% sowie einen Nettogewinn zwischen 300 Millionen Euro und 330 Millionen Euro. Scheuch betonte, dass die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt seien, mit einem Auftragsbestand von 2,1 Milliarden Euro Ende Juni – ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr.
Analysten wiesen darauf hin, dass das Umsatzwachstum zwar positiv zu bewerten sei, die anhaltende Margenbelastung jedoch die allgemeinen Branchenherausforderungen wie Inflation und Lieferkettenengpässe widerspiegele. „Das Unternehmen meistert eine schwierige Kostensituation, doch seine geografische Diversifizierung und der starke Auftragsbestand bieten eine gewisse Widerstandsfähigkeit“, kommentierte ein Analyst mit Sitz in Wien.
Die Wienerberger-Aktie gab in den frühen Handelsstunden an der Wiener Börse um 1,8% nach und unterperformte damit den breiteren österreichischen Marktindex.
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