Die Führung von Volkswagen steht unter Druck, eine nachhaltige langfristige Strategie zu entwickeln, da Kostensenkungsmassnahmen Sorgen über mögliche Arbeitsplatzverluste und Werksschliessungen bereiten.
Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Olaf Lies von der SPD, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er erwarte, dass das Management ein glaubwürdiges Zukunftskonzept vorlegt. „Fabrikschliessungen und Massenentscheidungen können keine Lösung sein“, sagte Lies. Seine Äusserungen folgen dem Ankündigung von Volkswagen-Chef Oliver Blumes eines verschärften Sparprogramms, das Sorgen über zehntausende weitere Entlassungen und mögliche Schliessungen von Fabriken an 4 Standorten auslöst.
Der mächtige Betriebsrat reagierte mit Empörung und liess ausserordentliche Meetings an neun Standorten einberufen. Blumes Führungstour führte am Donnerstag weiter fort mit Besichtigungen des Motorenwerks in Chemnitz und der Gläserne Manufaktur in Dresden. Die Produktion ist bereits auf dem Dresdner Standort eingestellt. Die Standorte in Emden, Zwickau, dem Nutzfahrzeugwerk in Hannover und dem Audi-Werk in Neckarsulm sind aufgrund der fehlenden konkurrierenden Aufträge für die 2030er Jahre gefährdet.
Blume hat die Herausforderungen als branchenübergreifend charakterisiert und unter anderem die US-Zölle, die geschwächte chinesische Marktentwicklung und mehrere geopolitische Krisen als Zwänge genannt, die alle grossen Automobilhersteller und Zulieferer betrifft. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management, sagte, Volkswagen müsse einen „Quantensprung“ vollziehen, um die disruptive Phase des Sektors zu überstehen. Er betonte die Notwendigkeit von Effizienzgewinnen, organisatorischer Umgestaltung für Geschwindigkeit und Flexibilität sowie der Entwicklung völlig neuer Wachstumsbereiche.
Lies, dessen Bundesland Anteile an Volkswagen hält, betonte die historische Stärke des Unternehmens beim kooperativen Lösen von Problemen: «Volkswagen verfügt über herausragende Produkte und Technologien. Wir müssen nun die Debatte beruhigen, damit das Unternehmen sich wieder darauf konzentrieren kann, was es am besten kann: die Herstellung erstklassiger, innovativer Fahrzeuge.»












