Der Schweizer Aktienmarkt wird am Donnerstag voraussichtlich mit Verlusten in den Handel gehen, wie die vorbörslichen Analysen von Julius Bär zeigen. Der SMI fällt um 0,41 Prozent, während alle 20 Indexaktien im Minus notieren. Besonders stark unter Druck geraten sind Logitech mit einem Kursverlust von 1,5 Prozent und Nestlé mit minus 0,7 Prozent. Auch AMS Osram verliert 0,8 Prozent. Der Fokus liegt heute auf der Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die um 09:30 Uhr stattfindet, was die Marktstimmung weiter beeinflussen könnte.
Während der asiatischen Börsentag am Donnerstag eine ungleichmässige Entwicklung zeigte, dominierten die geopolitischen Spannungen und der KI-Hype die Märkte. Die japanische Börse in Tokio zeigte eine leichte Aufwärtsbewegung: Der Nikkei 225 stieg um 1,3 Prozent auf 65.883,41 Punkte, während der breitere Topix um 0,1 Prozent auf 4.096,01 Punkte anstieg. Technologieaktien profitorierten von der Vorstellung des neuen KI-Geräts «Meta Charm» durch Meta, was die Nachfrage nach Computerzubehör und CPU-Zulieferern wie Ibiden, Socionext und Ushio anheizte. Diese Aktien stiegen jeweils um über zehn Prozent.
Im Gegensatz dazu verlieren die Märkte in China mit einem Rückgang um 0,6 Prozent auf 3.912,02 Punkte und einem breiteren Indexrückgang von 0,9 Prozent auf 4.474,74 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen stieg auf 3,06 Prozent, den höchsten Stand seit August 1996, was die Bankwerte wie Mitsubishi UFJ, Sumitomo Mitsui und Mizuho belastete, die zwischen 1,1 und 2,0 Prozent verloren.
An den US-Märkten setzte sich die schwache Stimmung fort. Der Dow Jones schloss 0,68 Prozent tiefer bei 51.511,59 Punkten, der S&P 500 verlor 0,75 Prozent auf 7.706,05 Punkte, und der Nasdaq 100 sank um 0,85 Prozent auf 30.470,29 Punkte. Steigende Ölpreise, starke US-Konjunkturdaten und höhere Anleiherenditen, die fünfjährigen US-Anleihen lagen über 5 %, verstärkten die Inflationssorgen und Spekulationen auf weitere Zinssatzanhebungen durch die Federal Reserve.
Die Ölpreise blieben angespannt: Brent-Crude fiel um 0,8 Prozent auf 102,25 Dollar pro Barrel, während WTI-Crude um 0,7 Prozent auf 91,47 Dollar sackte. Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, bleibens treibender Faktor. Ein erneut beschossenes Frachtschiff in der Hormus-Strasse sowie der iratische Präsident Pezeshkian, der Sanktionen und Drohungen nicht akzeptieren werde, hielten die Märkte auf hohem Niveau.
Unter den Einzelwerten sank McDonald's um 4,8 Prozent, nachdem es 8,5 Milliarden Dollar für Franchise-Geber und Verbesserungen im Servicebereich bereitgestellt hatte. Paychex verlor 8,8 Prozent, nachdem sein Umsatz im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurückblieb. Im Tech-Sektor stieg IonQ um 4,4 Prozent, nachdem es einen Echtzeit-Quantenfehlerdecoder für handelsübliche Prozessoren vorgestellt hatte.
Der Dollar verlor etwas an Wert, sank um 0,3 Prozent auf 157,82 Yen und stieg auf 6,7131 Yuan, während er bei 0,8241 Franken notierte. Der Euro blieb bei 1,1382 Dollar und 0,9380 Franken fast stabil. Trotz geopolitischer Risiken blieb der Dollar-Index als sicherer Hafen relativ stabil.
Die Rohstoffmärkte zeigten eine leichte Schwäche, blieben jedoch aufgrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran auf hohem Niveau.
Die US-Aktienmärkte zeigten am Mittwochabend eine leichte Erholung, Ölpreise und solide Konjunkturdaten halten die Inflationssorgen und Zinserhöhungsrisiken bei der US-Notenbank jedoch weiterhin am Leben. Die Zinsentscheidung der SNB ist der zentrale Faktor für den Schweizer Aktienmarkt heute.










