Wenn die Finanzmärkte nervös werden, tauchen zwei Namen häufig wieder im Gespräch auf: Gold und der Schweizer Franken.
Es handelt sich um sehr unterschiedliche Vermögenswerte.
Einem Edelmetall, das eine tausende-jährige Währungsgeschichte hat.
Das andere ist die Währung einer relativ kleinen europäischen Wirtschaft.
Beide haben sich jedoch zu defensiven Zielen entwickelt, insbesondere in Zeiten der Unsicherheit.
Heisst das, dass Gold und das Schweizerfranc sich gleich verhalten?
Nicht unbedingt.
Warum Gold als defensive Anlage wird angesehen
Gold existiert ausserhalb des monetären Systems einer einzelnen Nation.
Es wird nicht von einer Zentralbank ausgegeben und hängt nicht direkt von der finanziellen Gesundheit einer Regierung ab.
Diese Eigenschaft hat dazu beigetragen, seine historische Rolle als Wertspeicher zu unterstützen.
In Zeiten von Inflationsbedenken, geopolitischer Instabilität oder finanzieller Belastung kann die Nachfrage nach Gold zugespitzt werden, wenn Investoren das Portfolio-Risiko erneut evaluieren.
Gold steigt jedoch nicht automatisch in jeder Krise.
Zinssätze, der US-Dollar und die liquiden Bedingungen können seinen Preis erheblich beeinflussen.
Warum der Schweizer Franken einen ähnlichen Ruf hat
CHFs defensive Ruf kommt von einem anderen Ort.
Die Schweiz ist mit politischer Stabilität, starken Institutionen, einer relativ niedrigen Inflation und einem international bedeutenden Finanzsektor verbunden.
In Zeiten einer weltweiten Risikoscheu fliesst Kapital in Schweizer Vermögenswerte und den Franken.
Diese erhöhte Nachfrage kann dazu führen, dass der CHF gegenüber Währungen wie dem Euro oder dem US-Dollar an Wert gewinnt.
Im Gegensatz zu Gold hat der Schweizer Franken jedoch eine Zentralbank, die aktiv für die Erhaltung der Preistr�stigkeit verantwortlich ist.
Diese Differenz ist wichtig.
Die SNB verändert die Gleichung
Ein sich schnell aufwertender Frank kann für die Schweiz Herausforderungen bedeuten.
Die Schweizer Exporteure verkaufen Arzneimittel, Maschinen, Konsumgüter, Luxusware und andere Produkte weltweit.
Wenn das CHF deutlich stärker wird, können ausländische Einnahmen bei der Umrechnung in Franken weniger wertvoll werden.
Schweizer Produkte können auch international teurer werden.
Die Schweizerische Nationalbank beobachtet daher die Entwicklungen bei den Wechselkursen sehr genau.
Gold hat keine entsprechende Instanz.
Keine Zentralbank bestimmt einen Goldpolitikzins oder versucht, die Wettbewerbsfähigkeit des Metalls zu steuern.
Dies ist einer der Gründe, weshalb die zwei sicheren Häfen sich unterschiedlich verhalten können.
Zinssätze sind für beide wichtig
Anhand ihrer Unterschiede kann die Geldpolitik auf beide Vermögenswerte einwirken.
Gold erzeugt keine Zinsen.
Wenn die Renditen von Anleihen oder Geldanlage attraktiver werden, kann sich der relative Reiz der Goldanlage ändern.
Der CHF wird auch von Zinserwartungen beeinflusst, insbesondere von der Beziehung zwischen den Schweizer Zinsen und denen in der Eurozone oder den Vereinigten Staaten.
Eine Entscheidung der Zentralbank kann daher über verschiedene Mechanismen auf Gold und den Franken Einfluss haben.
Was passiert während einer Krise?
Stellen Sie sich vor, die geopolitischen Spannungen plötzlich zunehmen.
Investoren können die Ausrichtung auf bestimmte Aktien reduzieren.
Gold könnte eine defensive Nachfrage anziehen.
Der CHF könnte an Wert gewinnen.
Staatspapiere könnten sich bewegen.
Der Ölpreis könnte steigen, falls das Ereignis die Energieversorgung gefährdet.
Aber die genaue Reaktion hängt von der Art der Krise und davon ab, was die Märkte bereits vorhergesehen hatten.
Es gibt kein universelles Krisenhandbuch.
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Ein Safe-Haven bedeutet nicht unbedingt sicheren Handel
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.
Ein Vermögenswert kann eine defensive Reputation haben und dennoch signifikante Preisvolatilität erleben.
Gold kann sich schnell bewegen.
Der Schweizer Franken kann stark auf Währungspolitik-Ankündigungen oder Veränderungen im Risiko-Gefühl reagieren.
Wenn CFDs und Hebel eingesetzt werden, können selbst relativ geringe Kursbewegungen zu grösseren Veränderungen des Werts einer Position führen.
Das Risikomanagement bleibt daher uneingeschränkt wichtig.
####Zwei verschiedene Fenster in die globale Angst*
Gold und CHF erzählen unterschiedliche Geschichten.
Gold kann den Befürchtungen hinsichtlich Inflation, Geldpolitik, Währungen und geopolitischer Stabilität Ausdruck verleihen.
Der Schweizer Franken kann das globale Risikosentiment widerspiegeln und gleichzeitig auf die eigene Wirtschaft und die Geldpolitik der Schweiz reagieren.
Wenn man beide verfolgt, erhält man ein umfassenderes Bild davon, wie Investoren Unsicherheit interpretieren.
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Wenn die Unsicherheit zunimmt, suchen Anleger oft Schutz.
Wo sie sich hinsetzen, kann uns viel über das Ereignis erzählen, das der Markt am meisten fürchtet.











