Bitcoin kletterte am Donnerstag auf Bitstamp auf ein 11-Wochen-Hoch von 72.505 Dollar und setzte damit eine viertägige Rallye fort, die die Kryptowährung innerhalb einer Session um mehr als 4 % nach oben trieb. Der Anstieg erfolgte zeitgleich mit einem Rücksetzer an den US-Aktienmärkten und einem Wendepunkt bei den Staatsanleiherenditen, nachdem US-Präsident Donald Trump vor weitreichenden wirtschaftlichen Massnahmen gegen den Iran gewarnt hatte.
Trump kündigte an, die USA würden «wirtschaftlichen Krieg und eine beispiellose Isolation» gegen den Iran verhängen, als Reaktion auf dessen Aktivitäten im Ölkorridor der Strasse von Hormuz. Die Äusserungen trieben den WTI-Rohölpreis kurzzeitig auf 87,69 Dollar pro Fass – den höchsten Stand seit Ende Juli. Gleichzeitig zogen die Renditen der US-Staatsanleihen wieder an, nachdem sie am Vortag nach der Ankündigung des Finanzministeriums, die Liquiditätsinterventionen am Anleihemarkt ab September mindestens zu verdoppeln, deutlich gefallen waren.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe, die zuvor auf 5,179 % gesunken war, stieg auf 5,266 % – ein Plus von 9 Basispunkten, das den Vortagsverlust fast vollständig wettmachte. Die 10-jährige Rendite folgte einem ähnlichen Muster und drehte nach zuvor deutlichen Verlusten ebenfalls nach oben. Analysten des «The Kobeissi Letter» warnten jedoch, dass die Massnahmen des Finanzministeriums möglicherweise nicht ausreichen könnten und weitere Interventionen nötig sein könnten, um die Märkte zu stabilisieren.
Die Marktteilnehmer zeigten sich gespalten über die Nachhaltigkeit der jüngsten Bitcoin-Rallye. Nach einem Anstieg um fast 10.000 Dollar innerhalb von vier Tagen fragten sich Händler, ob die Aufwärtsbewegung anhalten kann. Der pseudonyme Analyst Rekt Capital betonte, dass Bitcoin weitere Kursgewinne benötige, um die Widerstandszone im Bärenmarkt zu durchbrechen, und warnte, dass die technischen Indikatoren nach wie vor ein schwaches makroökonomisches Unterstützungsniveau bei 60.000 Dollar aufzeigen. Eine Analyse des Vier-Jahres-Zyklus deutet darauf hin, dass ein neues makroökonomisches Tief vor Ende 2026 auftreten könnte.
On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigten eine vorsichtige Belebung der Bitcoin-Nachfrage sowohl im Spot- als auch im Derivatemarkt – ein Trend, der zuletzt im Oktober 2025 zu beobachten war, als BTC zuletzt ein Allzeithoch von rund 126.200 Dollar erreichte. Ki Young Ju, CEO der Plattform, bezeichnete den Anstieg als moderat, aber potenziell bedeutsam, falls er sich über einen weiteren Monat fortsetze. Dies könnte das Ende des Bärenmarktes und den Beginn eines neuen Bullenzyklus einläuten.












